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Schwarz-Gelb sucht Rezept gegen Fracking-Angst

VonGeorg Ismar

Union und FDP haben ihren Fracking-Gesetzentwurf verschärft. Einigen Abgeordneten geht er nicht weit genug, sie weisen auf die Gefahr für das Wasser durch die neuartige Gasförderung hin.

Berlin.Die neue Technik zur Schiefergasförderung aus kilometertiefen Schichten birgt großen Chancen – aber eben auch mögliche Risiken für das Trinkwasser. Bisher gibt es keine klare Handhabe gegen solche Bohrungen – daher dringen Länder und Kommunen auf eine bundesweite Regelung.
Andreas Mattfeldt ist nicht der klassische Rebell. Aber in den vergangenen Wochen war der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem niedersächsischen Landkreis Verden so etwas wie der Koordinator eines internen Unions-Aufstandes. 80 Abgeordnete mit Wahlkreisen in möglichen künftigen Fracking-Gebieten hatten den Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und WirtschaftsministerPhilipp Rösler (FDP) für zu lasch
befunden.
Beim Fracking wird mit hohem Druck ein Wasser-Sand-Gemisch, das mit Chemikalien versetzt wird, in die Tiefe gepresst. Mit Bohrungen im Untergrund über große Distanzen wird das Gestein mit feinen Rissen aufgebrochen, also „gefrackt“, damit das gebundene Gas entweichen kann. Das Umweltbundesamt kommt in einer Studie zum Schluss, dass von den ausgewerteten Frack-Mischungen sechs als giftig, sechs als umweltgefährlich, 25 als gesundheitsschädlich, 14 als reizend, zwölf als ätzend und 27 als ungefährlich einzustufen sind.
Besonders Minister Rösler schwärmt geradezu von der US-Revolution in Sachen Fracking, sind doch dort die Energiepreise gepurzelt. Und so könnte Deutschland unabhängiger von russischem Erdgas werden. Aber was ist der langfristige Preis? Und es stellt sich die Frage, ob das Herauspressen der letzten Gasreserven aus dem Untergrund nicht die mit Milliardensummen forcierte Energiewende konterkariert.

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