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Südeuropäer finden öfter Arbeit in Brandenburg

VonAnja Sokolow

Statt in ihrer Heimat perspektivlos zu bleiben, suchen Spanier, Griechen und andere Südeuropäer zunehmend auch in Brandenburg nach Arbeit. Den Fachkräftemangel können sie aus Sicht
der Regierung aber
nicht ausgleichen.

Potsdam.Die Zahl der Beschäftigten aus Krisenländern Südeuropas ist in den vergangenen Jahren in Brandenburg deutlich gestiegen. Ende September 2012 arbeiteten 1769 Griechen, Italiener, Portugiesen und Spanier im Land. Das waren 545 Beschäftigte oder 45 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Beschäftigten ist mit rund zwei Prozent aber immer noch relativ gering. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Büttner, forderte von der Landesregierung, mehr Einwanderer anzuwerben.
Den prozentual größten Zuwachs an Arbeitskräften aus Krisenländern in Brandenburg gab es seit 2010 aus Spanien. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigten verdoppelte sich von 171 auf 342. Die Zahl der Arbeitnehmer mit griechischem Pass stieg von 408 auf 620, was einem Zuwachs von rund 50 Prozent entspricht. Darüber hinaus registrierte die Bundesagentur für Arbeit unter Italienern eine Zuwachsrate von rund 27 Prozent und bei Portugiesen von 19 Prozent.
Zusätzliche Anwerbeaktionen plant die rot-rote Regierung nicht. „Eine Parallelkampagne für den überschaubaren Arbeitsmarkt in Brandenburg wäre Verschwendung von Steuergeldern – die uns wiederum die FDP vorwerfen würde“, kommentierteFlorian Engels, Sprecher von Arbeitsminister Günter Baaske (SPD), die Forderung Büttners. Er verwies auf bereits bestehende Aktivitäten des Bundes zur Anwerbung von Arbeitskräften. Brandenburg wolle vor allem junge Menschen in der Region halten und Abgewanderte oder Fernpendler ermuntern, in die Heimat zurückzukehren. Engels verwies außerdem darauf, dass Unternehmen auch selbst aktiv würden, speziell im Gesundheits- und Pflegebereich – trotz Problemen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und möglichen Sprachbarrieren.
Laut Baaske können die Zuwanderer aus Südeuropa möglicherweise einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftedarfs leisten. „Voraussetzung hierfür ist, dass die mitgebrachten Qualifikationen zu den gesuchten Anforderungsprofilen der Brandenburger Unternehmen passen“, erklärte er. Angesichts der Zahl der Einwanderer könne aber nicht davon ausgegangen werden, dass sie den Bedarf an Fachkräften deckten. Engpässe gibt es in Brandenburg vor allem in Gesundheits- und Sozialberufen, in Elektriker- und Schlossereibetrieben und in der Chemiebranche.

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