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Uli Hoeneß bleibt vorerst Bayern-Boss

VonKlaus Bergmann
undChristian Kunz

Das Führungsgremium lehnt „einvernehmlich“ das Angebot von Uli Hoeneß ab, das Amt bis zur Klärung seiner Selbstanzeige ruhen zu lassen. Der Fall ist aber noch nicht ausgestanden.

München.Uli Hoeneß bleibt trotz seiner Steueraffäre der starke Mann des FC Bayern München. Der Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters mit Vertretern mehrerer Großsponsoren lehnte das Angebot des 61 Jahre alten Präsidenten ab, sein Amt als Vorsitzender des neunköpfigen Kontrollgremiums ruhen zu lassen, bis die Behörden über seine Selbstanzeige entschieden haben. Hoeneß habe in der Aufsichtsratssitzung „sein Bedauern über den Vorfall ausgedrückt und sich entschuldigt“, teilte der deutsche Meister in einer Presseerklärung mit.
„Im Interesse des FC Bayern“, der sich „voll und ganz auf das Erreichen der weiteren sportlichen Ziele“ im Champions-League-Finale am 25. Mai in London gegen Borussia Dortmund und im DFB-Pokalfinale am 1. Juni in Berlin gegen den VfB Stuttgart konzentrieren solle, habe der Aufsichtsrat der FC Bayern AG „nach intensiver Diskussion einvernehmlich entschieden“, dass Hoeneß sein Amt als Vorsitzender weiter ausüben solle, hieß es weiter.
Der Vereinspatron hat damit den Kampf um sein Spitzenamt fürs Erste gewonnen. Es ist aber zunächst nur eine Atempause, denn der Fall Hoeneß könnte nach den Endspielen schnell wieder auf die Agenda kommen. „Der Aufsichtsrat wird die Angelegenheit weiterhin beobachten und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen“, lautete der letzte Satz der Vereinsmitteilung.
Um 16 Uhr war der Aufsichtsrat in der Münchner Allianz Arena zusammengekommen. Hoeneß telefonierte auf dem Rücksitz, als er sich in das Stadion seines Vereins chauffieren ließ. In einer großen Limousine rollte er vorbei an der Schranke auf das Arenagelände – wie auch die anderen Mitglieder des Kontrollgremiums. Die zahlreichen Fotografen, Reporter und Kamerateams konnten dabei nur kurze Blicke auf die fein gekleideten Herren erhaschen. Wie Politiker fuhren die Räte vor oder ließen sich fahren.
Der vierköpfige Vorstand der FC Bayern AG um Karl-Heinz Rummenigge erschien ebenfalls in der Arena. Die Teilnahme des Quartetts bei der Sitzung war nicht ungewöhnlich, denn im täglichen Geschäft muss sich der Vorstand ungeachtet des öffentlichen Aufsehens im Fall Hoeneß auch um das Kerngeschäft des Rekordmeisters kümmern. So muss der Aufsichtsrat etwa millionenschwere Investitionen absegnen wie zum Beispiel die Verpflichtung von Mario Götze von Borussia Dortmund, für den 37 Millionen Euro gezahlt werden sollen.
Kurz vor der Sitzung hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Hoeneß noch öffentlich den Rücken gestärkt. „Es ist in meinen Augen vertretbar, wenn Uli Hoeneß bis zur vorläufigen Klärung der Angelegenheit durch die Staatsanwaltschaft als Präsident im Amt bleibt. Dafür hätte ich Verständnis“, sagte Seehofer.

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