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Uni-Mitarbeiter klagen über „asozialen Lohn“

Brandenburgs Bürgermeister und Hochschulrektoren schlagen Alarm: In einem offenen Brief an die Mitglieder von Landtag und Landesregierung fordern sie eine deutlich bessere Finanzierung der Wissenschaftseinrichtungen. Kein Bundesland gebe pro Kopf der Bevölkerung weniger als Brandenburg für seine Hochschulen aus, wurde betont. „Wir wollen einen Zuwachs von 50 Millionen Euro“, sagte der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther. Dazu soll es jährliche Steigerungsschritte von fünf Millionen Euro geben.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Franz Szymanski wies darauf hin, dass etwa der TU Freiberg jährlich rund 15.000 Euro pro Studierendem zur Verfügung stehen. An der BTU seien es nur 7600 Euro, an der Universität Potsdam sogar nur 5500 Euro. „Wir sind der Ansicht, dass die Finanzierung der Hochschulen in Brandenburg nicht ausreicht.“ Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Potsdam, Fred Albrecht, sprach davon, dass rund 90 Prozent der Beschäftigten an Hochschulen in prekären, oft befristeten Arbeitsverhältnissen angestellt seien. Lehrbeauftragte kämen zuweilen auf einen „asozialen“ Stundenlohn von lediglich 2,50 Euro.

Unterzeichnet wurde das Schreiben auch von Hochschulvertretern und Bürgermeistern aus Wildau, Frankfurt (Oder), Brandenburg (Havel) und Eberswalde. Lediglich der Präsident der Fachhochschule Lausitz, Günter Schulz, und Vertreter der Stadt Senftenberg fehlen auf der Liste. Man habe aber dafür Verständnis, dass die Vertreter Senftenbergs sich wegen der „Unklarheit der Lage in der Lausitz“ nicht positionieren wollten, sagte der Potsdamer Rektor Günther.

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Marie-Luise von Halem, begrüßte die Vorschläge der Hochschulen als „gangbaren Kompromiss“. Auch ihr Kollege von der Linkspartei, Peer Jürgens, sprach sich für eine bessere Finanzierung der Forschungseinrichtungen aus. Allerdings sei die Forderung nach einer Ausfinanzierung von mindestens 55.000 Studienplätzen „überzogen“.Rot-Rot habe sich im Hochschulentwicklungsplan bereits auf 50.000 Plätze geeinigt.

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