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Vor der Eröffnung: Bürger dürfen ins Stadtschloss

Der neue Brandenburger Landtag im wiederaufgebauten Potsdamer Stadtschloss wird am 21. Januar 2014 mit einer Festveranstaltung offiziell eröffnet. Damit stehe nun der Termin fest, teilte der Landtag mit.

Die Bauarbeiten für den neuen Landtag hatten mit dem ersten Spatenstich im März 2010 begonnen. Umzugswagen können nun langsam bestellt werden. Vom Brauhausberg geht es dann in Sichtweite in die historische Mitte der Landeshauptstadt. Gut 20 Jahre lang tagten die Parlamentarier dort, wo einst zu DDR-Zeiten die SED-Bezirksleitung residierte.

Diskussionen sollen angeregt werden

Auf der Noch-Baustelle des Innenhofes präsentierte der Künstler Florian Dombois sein Werk „Zugabe“. Damit siegte er im Wettbewerb „Kunst am Bau“. Dafür standen insgesamt 480.000 Euro bereit. Zwei Aluminiumgestelle werden mit einer Ansicht von Schloss Sanssouci bemalt. Damit wolle er zur Diskussion um das Für und Wider des Wiederaufbaus des Stadtschlosses anregen, sagte Dombois. Er selbst sei kein Verfechter davon: „Deshalb gebe ich noch eine ,Zugabe‘“.

Um den Termin der Fertigstellung des neuen Landtags und den Einzug des Parlaments hatte es immer wieder Diskussionen gegeben. Finanzminister Helmuth Markov (Linke) war als Bauherr fest davon ausgegangen, dass alles noch in diesem Jahr fertig werde. Der Generalauftragnehmer BAM Deutschland war da vorsichtiger angesichts möglicher weiterer Veränderungen am Projekt.

Zur offiziellen Eröffnung des Landtags laden auch der Landtags- und der Ministerpräsident zum traditionellen Neujahrsempfang ein. Noch vor der offiziellen Einweihung und der ersten regulären Plenarsitzung am 22. Januar können die Bürger am Wochenende, 18. und 19. Januar, einen Blick hinter die historische Fassade werfen.
Das Stadtschloss als einstiger Sitz der Preußenkönige entstand nach den Plänen des berühmten Baumeisters Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699 bis 1753). Der Dresdner Architekt Peter Kulka entwarf den Neubau im historischen Gewand nach dem Vorbild desvon Knobelsdorff zwischen 1744 und 1751 geschaffenen Bauwerks.

Außen traditionell, innen modern mit Farbtupfer

Äußerlich erinnert der neue Brandenburger Landtag also an das einstige Potsdamer Stadtschloss. Das Innenleben ist mit weißen Wänden allerdings eher schlicht und modern gehalten ist. Farbtupfer ist der rote Teppichbelag, der in der Landesfarbe Brandenburgs gehalten ist.

Spenden ermöglichten unter anderem den Bau einer historischen Fassade, ein Kupferdach und die Wiederherstellung des Figurenschmucks. Die Baukosten werden mit rund 120 Millionen Euro beziffert.

Das Preußenschloss in der historischen Mitte der Landeshauptstadt war zwischen 1959 und 1960 auf Anweisung der DDR-Führung abgerissen worden. Im Jahr 2005 hatte der Landtag den Bau eines neuen Parlaments beschlossen.

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