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Weg der Rabenmutter führt auch nach MV und Brandenburg

Blumen, Kerzen und Stofftiere sind in dem Waldstück zu sehen, wo das tote Baby gefunden wurde.
Blumen, Kerzen und Stofftiere sind in dem Waldstück zu sehen, wo das tote Baby gefunden wurde.

„Mama’s Liebling“ stand auf der blauen Mütze, die der kleine Leichnam trug. Doch Liebe bekam das erst zwei Tage alte Baby von Nadine K. (20) und Ronny B. (21) nicht. Nur 200 Meter wohnte das Paar vom Fundort der Leiche entfernt – im fünften Stock eines Plattenbaus. Jetzt sitzen beide in Untersuchungshaft und warten auf ihren Prozess.
„Das Neugeborene wurde nicht versorgt“, sagt der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Im Klartext: Der Säugling ist einfach qualvoll verhungert und verdurstet. „Wir ermitteln wegen Totschlags durch Unterlassung“, sagt Steltner dem Nordkurier. Es würden aber auch mögliche Mordmerkmale geprüft. Die beiden seien aber geständig. Finanzielle Gründe sollen eine Rolle gespielt haben.

Zum ersten Mal mit 13 Jahren schwanger

Nadine K. hätte keine Krankenversicherung gehabt. Das Kind soll sie zu Hause zur Welt gebracht haben. Es gab wohl Probleme, der Säugling konnte nicht trinken, berichtet die Berliner „BZ“.

Rückblick: Nadine K. wurde das erste Mal mit 13 Jahren schwanger. Die 20-jährige Berlinerin lebte mit ihren beiden Kindern (drei und sechs) in einem Mutter-Kind-Heim im brandenburgischen Schwedt. Zuvor soll sie sich sogar einer dubiosen Sekte in Mecklenburg-Vorpommern angeschlossen haben. Laut „Berliner Kurier“ habe Nadine K. nicht die „einfachsten und normalsten hygienischen Standards eingehalten, weder bei sich selbst noch in Bezug auf ihre beiden Kinder.“

Zwei Kinder leben bei Pflegeeltern

Sigrid Jordan-Nimsch von den Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerken wollte den Fall nicht kommentieren. Das Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte die minderjährige Mutter dorthin abgeschoben, bestätigt Ramona Fischer, Sprecherin des Landkreises Uckermark. Die zwei Kinder leben derweil bei Pflegeeltern. Nadine K. sei, als sie volljährig wurde, nach Berlin zurückgekehrt, so Fischer. Dann lernte sie Ronny B. kennen. Er ist aber nicht der Kindsvater.

Das tote Baby hatte eine Spaziergängerin mit ihrem Hund in der vergangenen Woche in einem kleinen Park gefunden. Die Leiche lag in einer Plastiktüte direkt an einem Weg.

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