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„Wir werden für ein gerechtes Kindergeld sorgen“

Sollte Peer Steinbrück Bundeskanzler werden, winkt Manuela Schwesig
der Posten als Familienministerin. Christoph Slangen sprach mit ihr über die Kinderfreundlichkeit der SPD und Maßnahmen gegen fehlende Kita-Plätze.

Wie optimistisch sind Sie, dass die SPD und Rot-Grün den Rückstand bis zum Wahltag aufholen?
Das Rennen ist offen. Im Wahlkampf machen wir die Unterschiede klar. Zum Beispiel bei der Rente Ost: Frau Merkel hat ihr Wahlversprechen von 2009 gebrochen, die Renten anzugleichen. Wir legen einen konkreten Fahrplan dafür vor. Jetzt können die Menschen entscheiden, ob sie noch mal einer Wahllüge von Frau Merkel vertrauen wollen oder unseren konkreten Zusagen.

Was würden Sie bei einem Wahlsieg als Familienministerin zuerst anpacken?
Mein Ziel ist, dass die SPD die Wahl gewinnt. Dann entscheidet Peer Steinbrück über Ressorts und Minister. Wir kämpfen dafür, dass mehr für Frauen getan wird: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit durch ein Entgeltgleichheitsgesetz. Die Einführung einer verbindlichen Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte.Schließlich müssen wir die Arbeitsbedingungen in frauentypischen Berufen verbessern, etwa für die Altenpflegerinnen.

Ab August wird es zwar einen Rechtsanspruch geben, doch zu wenig
Kita-Plätze. Was wollen Siedagegen unternehmen?

Wir werden uns darum kümmern, dass der Rechtsanspruch für alle Familien Realität wird. Die jetzige Bundesregierung tut nichts. Die zwei Milliarden Euro, die Schwarz-Gelb für das sinnlose Betreuungsgeld ausgeben will, werden wir in Ganztagsplätze in Kitas investieren. Das entspricht etwa 200000 neuen Plätzen.

Laut Institut der deutschen Wirtschaft wird mehr als jede vierte Familie Einbußen haben, wenn die SPD wie geplant die Kinderfreibeträge abschafft. Ist das familienfreundlich?
Alle Familien mit Kindern haben Vorteile, denn wir wollen auf lange Sicht 20 Milliarden Euro in den Ausbau von Ganztagsschulen stecken. Das entspricht pro Kind bis 16 Jahre einem Gegenwert von rund 1500 Euro. Und wir werden für ein gerechtes Kindergeld sorgen. Alle Familien werden weiterhin 184 Euro Kindergeld erhalten, die mit geringen Einkommen erhalten einen Aufschlag.

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