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Bühne frei für Schüler-Reporter

Ole, Tino, Josefine und David (von links) gehören zur ausgezeichneten Redaktion „Das bunte Jahr“ aus Ferdinandshof. Sie bekommen Unterstützung von Lehrerin Ina Voigt (rechts).
Ole, Tino, Josefine und David (von links) gehören zur ausgezeichneten Redaktion „Das bunte Jahr“ aus Ferdinandshof. Sie bekommen Unterstützung von Lehrerin Ina Voigt (rechts).

Cedric aus Ludwigslust möchte gern fliegen können. „Dann komme ich schneller überall hin“, sagt der Junge von der Reuter-Grundschule in Ludwigslust. Das wäre für einen Schülerzeitungsreporter wie ihn ja auch nicht unpraktisch. Unsichtbar werden – das ist der Wunsch von Katharina. Die Fünftklässlerin aus Lubmin ist Redakteurin beim „Teufelsblatt“ an ihrer Schule.
Über Superkräfte sind die beiden ins Gespräch gekommen, weil eine Umfrage dazu auf der langen Themenliste von Katharina steht. Zum großen Treffen der besten Schülerzeitungs-Redaktionen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ist das Mädchen mit vielen Ideen angerückt: Von einer Serie über bekannte Comedians bis zum Schulhof-Quiz und einer Umfrage nach den beliebtesten Autos. Ein Steckbrief zum Schulmaskottchen – das Teufli – ist bei den Lubminern für die nächste Ausgabe geplant.
Cedric findet es gut, auch mal zu hören, was den anderen Schülerzeitungsredakteuren so durch den Kopf geht. Seine Redaktion hat selbst einiges zu bieten. Schließlich sahnt sie mit „Fritze’s Schulbote“ den 2. Preis in der Kategorie Grundschulen des landesweiten Wettbewerbs ab. „Eine regelmäßige Themenbörse wäre toll“, meint er. Und per E-Mail oder über die Internetseiten müsste sich da doch was machen lassen.
Auch Tino, Ole, Josefine und David aus der Abschlussstufe 2 an der Förderschule in Ferdinandshof interessieren sich für „die Konkurrenz“. Sie blättern mit ihrer Lehrerin Ina Voigt in den Ausgaben der anderen Redaktionen, die zur Preisverleihung nach Neubrandenburg eingeladen sind. Ihre Zeitung „Das bunte Jahr“ ist sozusagen für den Wettbewerb gegründet worden. Das war im Herbst 2007. „Der Umgang mit Technik und neuen Medien steht auch bei uns im Lehrplan. Ich habe damals überlegt, wie ich das am besten anbiete“, erzählt die Lehrerin.In der Zeitung habe ich von dem Wettbewerb gelesen. Das war die Idee. Mit Lehrbüchern könnte ich den Schülern nicht mehr beibringen als mit der Zeitung. Sie lernen aus dem Leben und für das Leben „Und so verschieden wie das Leben, so verschieden sind auch unsere Jugendlichen.“
Eben weil nicht alle an der Ferdinandshofer Schule lesen können, hat sich die Redaktion für sehr kurze Texte und viele Bilder entschieden. So haben Josi und die anderen Redakteure immer den Fotoapparat dabei. Und auch David, der nicht lesen kann, hat seine Aufgaben in der Redaktion: Der Schüler konnte einen Präsentkorb als Abbildung zu einem Interview mit dem Hausmeister, der auch seine Lieblingsspeisen verraten hat, gestalten.
Bei ihren Themen werden die Jugendlichen ihrem Titel „Das bunte Jahr“ gerecht. Sie berichten vom Herbstfest ebenso wie vom Besuch im Kälberstall oder über ihre Erinnerungen an die verstorbene, nette Küchenfrau.
„Unsere Texte entstehen im Deutschunterricht“, erzählt Ina Voigt, die bei Korrektur und Rechtschreibung hilft. 16 Mal ist die Ferdinandshofer Schülerzeitung bislang erschienen. „Wenn wir die 20 schaffen, werden wir alle Ausgaben zu einem ,Werk’ binden lassen“, versichert die Lehrerin. Der 3. Platz bei den Förderschulen spornt die Redaktion auf jeden Fall an.

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