Februar 22, 2012
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Musik von Redaktion

Auf geht’s in die Carnegie Hall

Ein Weltstar – niemand Geringeres als Ute Lemper stand gemeinsam mit dem Vogler Quartett auf der Bühne der Konzertkirche. Für CD-Aufnahmen und Vorpremiere hat Stefan Malzew die Sängerin Ute Lemper und das Vogler Quartett in die Neubrandenburger Konzertkirche eingeladen. Das Programm des Quartetts soll auf Welttournee gehen. Von der Konzertkirche in die New Yorker Carnegie Hall sozusagen.

Ute Lemper zog alle Register ihres Könnens.
Ute Lemper zog alle Register ihres Könnens.
Foto: Karsten Hillmann
Neubrandenburg (nk)  

Manche Projekte entstehen wie zufällig: Einer hat eine Idee, ein Anderer kennt eine Solistin, ein Dritter wird gefragt, ob er mitarbeitet… Und am Ende entsteht eine künstlerische Aufführung, in die einerseits ein jeder sein spezielles Können einbringt, aus der andererseits aber auch jeder Neues für sich mitnimmt. So etwa kann man sich wohl das neue Programm von Ute Lemper mit dem Vogler Quartett und Stefan Malzew vorstellen, das für eine Amerika-Tournee konzipiert wurde und am Dienstagabend in der voll besetzten Konzertkirche Neubrandenburg seine Vorpremiere erlebte.

 

Das – übrigens namenlose – Programm begann das Vogler Quartett mit einem Streichquartettsatz von 1924 des Tschechen Erwin Schulhoff. Hier präsentierte sich das Ensemble als Streichquartett noch ohne elektroakustische Manipulation und spielte den motorisch hektischen Presto-Satz mit kraftvollem Zugriff, der einen sofort packte, tüchtig durchschüttelte und dann mit abruptem Schluss fallen ließ. Mit diesem Beginn manifestierte sich die Idee des Quartetts, die verschiedensten Musikstile in den ersten zwei Dritteln des vergangenen Jahrhunderts in ihrer gegenseitigen Durchdringung erlebbar zu machen. Dafür hatte es sich mit Ute Lemper eine exzellente Solistin eingeladen.

 

Von Édith Piaf zu Astor Piazzolla

 

Die Sängerin und Musical-Darstellerin machte eine musikalische Reise vom Paris der Édith Piaf über die Weimarer Republik mit Kurt Weill und Hanns Eisler zu russischen und jiddischen Liedern, sprang über den großen Teich in die argentinischen Tango-Clubs mit Astor Piazzolla und endete wieder in Paris bei Chansons von Jacques Brel. Die musikalischen Arrangements dazu schrieb Stefan Malzew, der seine eigenen instrumentalen Fähigkeiten als Pianist und Klarinettist zu den Streichern addierte und für die Chansons obendrein das Akkordeonspiel erlernte. Ihm gelangen sehr kunstvolle Stücke, die den Unterhaltungswert des Klavier- oder Klarinettenquintetts nach vielen Seiten hin ausloteten. Vor allem im ersten Teil mit Brecht-Vertonungen räumte er instrumentalen Klangerkundungen viel Raum ein. Das gab der Solistin wunderbare Ausdrucksvorlagen, lieferte ihr jedoch nur beim Mackie-Messer-Song und dem Lied „Stiller Abend“ der israelischen Folk-Sängerin Chava Alberstein die Chance, ihr sängerisches und darstellerisches Vermögen bis zum exzessiven Höhepunkt richtig ausleben zu können.

 

Das kann sie aber hervorragend, und vermag sich französisch, deutsch, russisch, jiddisch, englisch oder spanisch mit einem faszinierenden Reichtum von Nuancen heranzuarbeiten an solche Höhepunkte. Tiefe, Höhe, kraftvolle Ausbrüche, zarteste Andeutungen – alles reizt sie aus, bis man überzeugt ist, dass es weiter nicht geht. Leider war die Tonanlage längst nicht gut genug, all die Feinheiten der ausdrucksvollen Stimme aufzunehmen und zu transportieren. Die Einstellung direkt und knallig, schluckte sie das fein Gehauchte unhörbar weg und stieß dafür forcierte Höhen übersteuert hinaus und ließ explosive Konsonanten trommeln. Wo es doch so wichtig ist zu hören, wie die Sängerin jede Textsilbe musikalisiert, um ihre Empfindungen von den Ausdrucksnuancen der Texte hörbar werden zu lassen. Und bleibt bei aller Raffinesse doch stets eingebettet in das wunderbar miteinander musizierende Ensemble. Dafür gab es am Ende großen Jubel und stehenden Applaus.

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„Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt. Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ Römer 3,23-24

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