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Berliner Schloss zwischen Prachtbau und Millionengrab

Das Computerbild zeigt den Siegerentwurf für die Platzgestaltung rund um den Neubau des Berliner Schlosses, das künftige Humboldt-Forum. Das Berliner Büro BBZ Landschaftsarchitekten setzte sich gegen 40 Mitbewerber durch.
Das Computerbild zeigt den Siegerentwurf für die Platzgestaltung rund um den Neubau des Berliner Schlosses, das künftige Humboldt-Forum. Das Berliner Büro BBZ Landschaftsarchitekten setzte sich gegen 40 Mitbewerber durch.

Es hätte schlimmer kommen können für Berlin. Ein Hotel, ein Einkaufszentrum oder ein Parkhaus gehörten zu den Planspielen für jenen Ort, auf dem am kommenden Mittwoch der Grundstein für das wiederaufzubauende Hohenzollern-Schloss gelegt wird. Die Brache, die nach dem Abriss des DDR-Palastes der Republik entstand, beflügelte die Fantasie von Politikern und Architekten. Um keinen anderen Ort in der deutschen Hauptstadt wurde in den vergangenen Jahren derart heftig gestritten.

„Der Bau des Berliner Schlosses ist im Gang und unverrückbare Wirklichkeit“, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) Anfang dieser Woche bei einer Besichtigung der Vorarbeiten. Lange war es ungewiss, ob sich der Bundestagsbeschluss halten lässt, mit dem sogenannten Humboldt-Forum im Schloss einen Ausstellungsort der Weltkulturen zu schaffen. Zur Grundsteinlegung gibt Bundespräsident Joachim Gauck dem Projekt am Mittwoch seine Weihe. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.

Kuppel kommt von anonymen Spender

Vor allem war die Finanzierung des laut Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) „größten Kulturbauvorhabens in Deutschland“ unsicher. Der Bundestag hat eine Kostenobergrenze von 590 Millionen Euro festgesetzt, 32 Millionen Euro übernimmt das Land Berlin, 478 Millionen Euro der Bund – Preissteigerungen nicht eingeschlossen. Ein Verein will 80 Millionen Euro durch Spenden einsammeln – fast so viel wie für die Dresdner Frauenkirche zusammenkamen. Bisher sind 26 Millionen Euro erreicht, dazu zählen bereits erbrachte Leistungen, etwa für die Rekonstruktion der Barockfassade. Ein anonymer Spender trägt dazu bei, dass das Schloss auch eine Kuppel bekommt.

Der Widerstand gegen ein neues Schloss, dessen Vorgänger-Kriegsruine die DDR 1950 als Symbol Preußens sprengte, war beträchtlich. Zu teuer, zu bombastisch lauten die Vorbehalte. Mit der Hohenzollern-Residenz wolle sich das wiedervereinigte Deutschland ein Betondenkmal setzten, argumentieren Kritiker. Sie sehen das Projekt als schlechten Witz der Geschichte. Und dann noch das viele Geld in Zeiten von Arbeitslosigkeit und Krise.

Dre Barockfassaden originalgetreu nachgebaut

Befürworter sehen den Prachtbau dagegen als krönenden Abschluss für die Straße Unter den Linden, an der sich auch andere, teils nach dem Krieg wiedererrichtete preußische Bauten reihen, etwa die Staatsoper, die Humboldt Universität und die Stadtkommandantur.

Seit Monaten sind Bagger am Werk, die einstigen Fundamente des Schlosses wurden freigeschaufelt, eine neue Betonplatte gelegt, von einer Infobox können Besucher auf die Baustelle blicken. Die Wahl des italienischen Architekten Franco Stella erhitzt nun nicht mehr die Gemüter. Er baut drei Barockfassaden originalgetreu nach, die Ostfassade entsteht als moderner Rasterbau.

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