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Fotografien lassen die Geschichten lebendig werden

Selten dürfte eine Lesung in einem so passenden Ambiente stattgefunden haben wie die von Karl-Heinz Madauß in der Städtischen Galerie Wollhalle. Ist doch dort nur noch bis zum 14. April eine umfangreiche Ausstellung des Rostocker Fotografen Karl Eschenburg zu sehen, die das ländliche Leben in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zeigt. Madauß’ Hauptfigur Oll Hinning, ein mecklenburgischer Knecht, dürfte genau in dieser Zeit gelebt haben. „Es ist fast so, als würden die Motive Eschenburgs – Fischer, Bauer, Handwerker – aus ihren Rahmen steigen und die Geschichten von Madauß lebendig illustrieren“, fand die Güstrower Archivarin Gisela Scheithauer, der bei der Vernissage zur Fotoausstellung die Idee mit der Lesung gekommen war.

30 Stühle hatte Monika Passow vom städtischen Kulturamt vorsorglich in den Raum gestellt. Noch einmal mehr als die doppelte Anzahl mussten herbeigeschafft werden, um jedem Besucher einen Sitzplatz zu bieten. Die Güstrower waren neugierig auf den in Marnitz bei Parchim lebenden Schriftsteller, der 1995 mit dem Wilhelmine-Siefkes-Preis, 2006 mit der Fritz-Reuter-Medaille der Landsmannschaft Mecklenburg und 2008 mit dem renommierten Johannes Gillhoff-Preis ausgezeichnet wurde. Letztere Ehrung erhielt der 78-jährige Autor für die komplette Hinning-Trilogie. Die liegt übrigens auch auf CD vor, gelesen vom Autor und umfasst 43,5 Stunden. So lange freilich dauerte die Lesung in der Städtischen Galerie Wollhalle nicht.

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