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Friedel macht’s wie Hollywood-Stars

Schauspieler haben oft mehrere Talente. Bei Christian Friedel jedoch dominierte bisher eindeutig das mimische Bühnenspiel. Mit seiner Darstellung des Lehrers in Michael Hanekes „Das weiße Band“ 2009 kam die Karriere richtig in Fahrt. Kinofilme wie „Russendisko“ und „Ende der Schonzeit“ folgten. Am Theater in Dresden war Friedel zugleich auf Traumrollen abonniert: Wilhelm Meister, Peer Gynt, Don Carlos, König Oedipus, Hamlet und die Frauenrolle Portia.

Nun aber gibt der gebürtige Magdeburger dem Drang zur Musik nach: Im Sommer geht er aus dem festen Engagement an der Dresdner Schauspielbühne. Einen Vorgeschmack gaben er und seine 2011 gegründete Band Woods of Birnam schon im „Hamlet“. Nach gefeiertem Debütkonzert nehmen sie derzeit das erste Album auf, planen im Herbst eine Club–Tour. An Friedels Seite: Die Jungs von Polarkreis 18, einer bekannten Dresdner Popband.

„Das war immer mein großer Traum"

„Ich bin ein leidenschaftlicher Musiker“, sagt Friedel, der einst den Schulhof für Pausenkonzerte nutzte. „Das war immer mein großer Traum.“ Nun will er endlich testen, ob das Hobby zum Beruf taugt. „Derzeit hat die Musik Priorität“, so der 34-Jährige. Ohne Zwänge durch Proben- und Spielpläne will er ausprobieren, „wie weit und wie tief man da eintauchen kann“. Der Dresdner Schauspielbühne bleibt er als Gast treu. „Ich liebe das Theater, und es wird auch weitere Filmprojekte geben.“ Gerade erst stand der Wahl–Dresdner als junger Dichter Heinrich von Kleist für den neuen Film „Amour fou“ von Jessica Hausner vor der Kamera.

Bei seinem musikalischen Abenteuer kann sich Friedel, dessen schauspielerische Karriere in Bayern begann, auf die Unterstützung früherer Weggefährten verlassen. Wilfried Schulz, der ihn als Hannoveraner Intendant 2009 mit nach Dresden nahm, hat volles Verständnis für Friedels neuen Schritt.

„Ich finde es klasse, wenn jemand noch einen anderen Weg geht“, sagt Schulz. „Beide Berufe, Schauspieler und Musiker, beinhalten ja einen intensiven Umgang mit Publikum.“

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