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Hamburger „Wagner-Wahn“ ist eröffnet

Ein Kraftakt ohne Beispiel: Die Staatsoper feiert Wagners Geburtstag.  FOTO: Tim Brakemeier
Ein Kraftakt ohne Beispiel: Die Staatsoper feiert Wagners Geburtstag. FOTO: Tim Brakemeier

VonCarola Große-Wilde

Zum 200. Geburtstag will Opernintendantin Simone Young alle zehn Hauptwerke in drei Wochen dirigieren.

Hamburg.Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (1813-1883) hat sich Hamburgs Generalmusikdirektorin Simone Young einiges vorgenommen: Mit einem Kraftakt will die gebürtige Australierin alle zehn Hauptwerke des Komponisten in drei Wochen dirigieren. 61 Kilogramm bringen allein die Partituren auf die Waage. Reine Spieldauer aller zehn Werke: 39 Stunden und 45 Minuten, 1234 Kostüme kommen zum Einsatz, für den Transport der Kulissen werden 40 Sattelschlepper benötigt. Am Sonntagabend begann der Wagner-Marathon, der so gut wie ausverkauft ist, mit einem umjubelten „Lohengrin“. Sollte es so weitergehen, ist Young der spektakuläre Coup gelungen.
Anders als bei der Premiere vor 15 Jahren wurde Peter Konwitschnys ironisch-heitere „Lohengrin“-Inszenierung, die die romantische Handlung aus dem Mittelalter in ein wilhelminisches Klassenzimmer verlegt, mit viel Beifall bedacht. Applaus im Stehen gab es vor allem für Simone Young am Pult der Philharmoniker, aber auch für den Chor und die Sänger, allen voran Georg Zeppenfeld als König Heinrich und Katja Pieweck als Ortrud, ebenso für Hans-Joachim Ketelsen als Telramund und Petra Maria Schnitzer als Elsa.
Neben dem „Lohengrin“ steht noch Peter Konwitschnys Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ aus dem Jahr 2002 auf dem Programm, die für einen Skandal sorgte. Legendär sind auch Ruth Berghaus‘ strenge Interpretation von „Tristan und Isolde“ (1988) und Robert Wilsons kluger „Parsifal“ (1990). Komplettiert wird der „Wagner-Wahn“ durch Harry Kupfers „Tannhäuser“ (1990) und Marco Arturo Marellis „Der fliegende Holländer“ (1996).

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