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Hollywoods Promis im Visier von üblen Scherzbolden

Tom Cruise, Miley Cyrus, Justin Bieber und Kim Kardashian (v.l.n.r.) wurden auch Opfer von falschen Notrufen.
Tom Cruise, Miley Cyrus, Justin Bieber und Kim Kardashian (v.l.n.r.) wurden auch Opfer von falschen Notrufen.

Schüsse in der Villa von Tom Cruise. Ein bewaffneter Eindringling bei Justin Bieber. Diese dramatischen Notrufe gingen in den vergangenen Monaten bei der Polizei in Los Angeles ein. Mit Rotlicht hetzten Sonderkommandos zu den Promi-Adressen. Dort entpuppte sich das 911-Notruf-Signal jedoch als schlechter Scherz. Immer mehr Hollywoodstars werden Opfer von Falschalarmen. Das Phänomen hat den Namen „Swatting“. S.W.A.T. steht für Special Weapons and Tactics, eine Spezialeinheit der Polizei, die für riskante Einsätze ausgebildet ist.

Eine Frage der Zeit, bis jemand erschossen wird

Es kommt zu filmreifen Szenen. Als im Januar aus dem Elternhaus von Fernseh-Sternchen Kim Kardashian ein Notruf eintraf, rückten ein Dutzend Streifenwagen und drei Helikopter an. Mit gezückten Waffen umstellten die Cops das Haus. Fehlalarm. Von Einbrechern keine Spur.

Der Trend ist gefährlich und teuer, klagen Polizei und Politiker. Stadtrat Paul Koretz macht sich für härtere „Swatting“-Strafen stark. „Das mag spaßig wirken, aber die Sache ist ernst, wenn Polizisten mit gezückten Waffen anrücken, Türen eintreten und die ahnungslosen Bewohner überraschen.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, bis jemand erschossen werde.

Swatting ist in Hollywood fast an der Tagesordnung. An einem Apriltag traf es gleich zwei hochkarätige Stars: Ein Anrufer schlug Alarm, dass im Haus von Nachwuchsstar Selena Gomez ein tödliches Familiendrama passiert sei, berichteten US-Medien. Der Vater der Schauspielerin sei schwer bewaffnet und drohe damit, das Haus niederzubrennen. Zuvor raste die Polizei zum Haus von Justin Timberlake, wo Eindringlinge Schüsse abgeben würden.

Schwer bewaffnete Männer in der Villa von Eastwood

Sänger Chris Brown wurde im Januar zur Swatting-Zielscheibe, wenige Wochen später traf es Freundin Rihanna. Ein weiterer gefälschter Notruf meldete, dass in der Bel-Air-Villa von Clint Eastwood Männer mit Maschinengewehren seien.
Nach Auskunft der Behörden reichen einfache technische Tricks aus, um falsche Notrufe von den Promi-Adressen abzusetzen. Dabei verschleiern die Anrufer ihre Originalnummer, die meisten kommen unerkannt davon.

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