
Eine der erfolgreichsten spanisch-sprachigen Produktionen der letzten Jahre findet nun auch den Weg ins deutsche Kino. Das Thema des humorvollen Meisterwerkes ist freilich universell.
Aus dem argentinisch-britischen Falklandkrieg ist Roberto (Ricardo Darin, „In ihren Augen“) als veränderter Mensch wiedergekommen. Heute betreibt er eine Eisenwarenhandlung in Buenos Aires und schottet sich von seinen Mitmenschen ab, so gut es eben geht. Roberto ist ein Pedant, der jede Schraube in der Packung zählt. Ganz ohne Sinn für das Absurde im Leben ist er hingegen nicht. Tagtäglich durchstöbert Roberto die Zeitungen nach Nachrichten über seltsame Ereignisse, die sich irgendwo auf der Welt zugetragen haben. Wenn eine Kuh vom Himmel fällt und ein Fischerboot in Asien versenkt, ist das beispielsweise eindeutig von Sammlerwert.
Eines schönen Tages begegnet Roberto dem Chinesen Jun (Ignacio Sheng Huang), dessen erste Begegnung mit Argentinien eher unerfreulich verlaufen ist. Widerstrebend nimmt sich der Einzelgänger des exotischen Mannes an, der kein Wort Spanisch spricht. Nicht einmal die Chinesen selbst scheinen sich untereinander zu verstehen…
Auf dem Filmfestival von Rom gelang der bittersüßen Komödie „Chinese zum Mitnehmen“ ein Doppelschlag, wie er nur höchst selten gelingt. Der Streifen wurde von der offiziellen Jury zum Besten Film des Festivals gewählt, außerdem kürten die Zuschauer ihn zu ihrem Favoriten. Anders ausgedrückt, begeistert das Werk des argentinischen Regisseurs Sebastián Borenzstein Kritiker und Publikum gleichermaßen. Sicherlich liegt das auch daran, dass sich der Filmemacher eines sehr leisen und feinen Humors bedient, obwohl er die denkbar größten kulturellen Unterschiede aufeinanderprallen lässt. Man verrät wohl nicht zu viel, wenn man vorwegnimmt, dass die ungewöhnliche Männerfreundschaft Roberto einen Weg zurück ins Leben weist. Und, wer weiß? Vielleicht wartet dort schon das Glück.
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