Februar 16, 2012
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Kinokritiken

Der Ruf der Wale

Wer den Wal hat, hat die Qual:

Der Ruf der Wale

Der Ruf der Wale

Regisseur Ken Kwapis kennt sich auf vielen Gebieten aus. Er inszenierte diverse Episoden der beliebten TV-Serie „Malcolm mittendrin“ und sammelte mit „Dunston – Allein im Hotel“ Erfahrungen mit Tieren vor der Kamera. In Kwapis´ romantischer Komödie „Er steht einfach nicht auf Dich“ spielte Drew Barrymore bereits eine der Hauptrollen, nun avanciert die sympathische Aktrice zur Umweltaktivistin.    
 


Der Ruf der Wale ist zweifelsohne ein guter. Deshalb bewegt es regelmäßig die Gemüter, wenn diese erstaunlichen Meeressäuger in Not geraten. Meistens begeben sich die Wale, wie etwa an den Küsten Neuseelands, auf unfreiwilligen Landgang. Im Jahre 1988 aber gerieten drei Grauwale ganz anders in die Bredouille. Sie wurden in Alaska vom Eis eingeschlossen und drohten zu verenden. Dies ist die wahre Geschichte eines Aktes der Zivilcourage, der seinerzeit Geschichte schrieb und auch heute noch dazu geeignet ist, dem Zuschauer Tränen in die Augen schießen zu lassen.

Die Lage ist ernst, aber hoffnungslos. Schnell, viel zu schnell hat sich die Eisdecke in Alaska geschlossen und versperrt nun einer dreiköpfigen Wal-Familie den Weg ins offene Meer. Der Journalist Adam Carlson (John Krasinski) träumt eigentlich nur davon, sein eiskaltes Arbeitsfeld so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Aber nun hat er eine weltweite Aufmacher-Story direkt vor seiner Nase. Auch die Greenpeace-Verfechterin Rachel Kramer (Drew Barrymore), Adams Verflossene, erfährt von dem Drama. Und sie bleibt nicht untätig. Die Einheimischen engagieren sich rührend, aber auch profilierungssüchtige russische und amerikanische Militärs, Reporter und sogar ein Öl-Multi möchten von der Geschichte profitieren. Rachel geht indes beherzt ans Werk – und schafft das Unglaubliche.  

Während im Kinosaal nebenan Steven Spielbergs „Gefährten“ über die Leinwand flimmern, sind all jene, die für die Schlachtszenen noch zu jung und zu sensibel sind, herzlich in “Der Ruf der Wale” eingeladen. Was nicht bedeutet, dass der Film nicht dazu geeignet wäre, auch erwachsenen Zuschauern Klöße im Hals zu verschaffen. Wie bei Spielberg verbünden sich auch hier feindlich gegenüberstehende Mächte, um der hilflosen Kreatur beizustehen. Filme wie diese schüren den Glauben an das Gute im Menschen. Damit bilden sie ein wunderbares, optimistisches und hoffnungsvolles Kontrastprogram zu den Abendnachrichten.



von Robert Lucas
in Verleih von Universal Pictures
Bundesstart: 16.02.2012


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