
In diesem Jahr hat das Oberhaupt der katholischen Kirche auch Deutschland mit seiner Anwesenheit beehrt. Monatelange Vorbereitungen, strengste Sicherheitsvorkehrungen und der obligatorische Menschenauflauf waren die Folge. Aber, diese ketzerische Frage muss gestattet sein, ist dieser Papst womöglich auch nur ein Mensch? Im neuen Film von Nanni Moretti zeigt er jedenfalls deutliche Schwächen. Was ihn sehr sympathisch macht.
„Habemus Papam“ – Wir haben einen Papst! Für einen katholischen Geistlichen, so sollte man meinen, ist dieses höchste aller Ämter ein äußerst erstrebenswertes Karriereziel. Nicht so für Kardinal Melville (Michel Piccoli), der soeben gewählt wurde. Der zukünftige Pontifex Maximus verkrampft und vermag sich der Öffentlichkeit nicht zu präsentieren. Er und Papst? Das geht gar nicht. Da ist guter Rat teuer.
Während man die Öffentlichkeit beruhigt, versuchen die Geistlichen hinter den Kulissen die Situation zu retten. Sogar ein Psychoanalytiker wird engagiert (Nanni Moretti). Melville aber sucht sein Heil in der Flucht. Undercover auf den Straßen Roms unterwegs, analysiert er seine Situation lieber selbst. Der Psychoanalytiker sorgt derweil im Vatikan für Stimmung.
Wenn der italienische Schauspieler und Regisseur Nanni Moretti ernste Themen aufgreift, entstehen Filme von großer Intensität. Das beste Beispiel bleibt sein Meisterwerk „Das Zimmer meines Sohnes“. Umso ausgelassener geht der Filmemacher zu Werke, wenn er ein Lustspiel inszeniert. Auch „Habemus Papam“ darf sich hin und wieder der Grenze zum Klamauk annähern.
So schlimm, wie es der deutsche Zusatz „Ein Papst büxt aus“ andeutet, wird es dann aber doch nicht. Moretti macht sich nicht über die Kirche lustig, er betrachtet nur augenzwinkernd das allzu Menschliche, das allen von uns innewohnt und das umso komischer wirkt, je ernster man sich selbst nimmt. Und dann ist da dieser großartige Michel Piccoli. Das wäre doch mal ein Papst, der wieder ein paar Gläubige zurück in die Kirche bringen würde.
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