
Die Idee war naheliegend, aber genial. Vor sechs Jahren machte die Naturdoku „Die Reise der Pinguine“ Furore und sorgte für ein großes Interesse an den erdgebundenen Südvögeln. Am Horizont zeichnete sich außerdem eine Renaissance des Tanzfilmes ab. Findige US-amerikanische und australische Produzenten erkannten die Zeichen der Zeit und verbanden die beiden Genres in einem temporeichen Animationsfilm.
In „Happy Feet“ (2006) steppten zwar keine Bären, wohl aber putzige Pinguine und selbst ausgesprochene Bewegungsmuffel wippten ausgelassen mit. Das junge Zentral-Geflügel namens Mumble avancierte zum Star, sein Film gewann einen Oscar. Nun darf der Kaiserpinguin noch einmal eine flotte Sohle aufs Parkett legen.
Als Chorophobie bezeichnet der Fachmann die Angst vor dem Tanzen. Ausgerechnet der Filius des Stepp-Champions Mumbles leidet an dieser, besonders beim männlichen Geschlecht weit verbreiteten Neurose. Deshalb macht sich der kleine Erik klammheimlich auf seine Schwimmfüße und sucht sein Heil in der Flucht. Natürlich wird Mumble alles daran setzen, die Frucht seiner Lenden wieder wohlbehalten nach Hause zu bringen. Aber der ausgebüchste Zwerg ist nicht das einzige Problem, mit dem sich der Pinguin auseinanderzusetzen hat. Das Lebensumfeld der Kaiserpinguine wird von dramatischen Veränderungen heimgesucht, die den Fortbestand der gesamten Kolonie gefährden.
Regisseur George Miller blickt auf eine interessante Geschichte zurück. Früher inszenierte der Australier beinharte Actionstreifen wie „Mad Max“, bevor er sich mit „Ein Schweinchen namens Babe“ zum sensiblen Familienentertainer mauserte. Wenn Miller nun die Fortsetzung seines Hits „Happy Feet“ präsentiert, stehen die Themen Elternliebe und Selbstfindung ebenso auf der Agenda wie der Schutz der Umwelt im Allgemeinen und der archaischen antarktischen Schönheit im Besonderen. Wo so viele Probleme gewälzt werden, kann der Spaßfaktor der rundum brillanten 3D-Animation nicht ganz an das Original heranreichen. Eine traurige Fußnote hat die „Happy Feet“-Geschichte außerdem.
Der erste Teil eroberte die Herzen der Zuschauer auch deshalb im Sturm, weil Brittany Murphy ihrer Figur Gloria so viele liebenswerte Facetten verlieh. Am 20. Dezember 2009 verstarb die Schauspielerin. Sie wurde nur 32 Jahre alt.
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