Januar 5, 2012
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Kinokritiken

Huhn mit Pflaumen

Die Musik und die Liebe

Huhn mit Pflaumen

Huhn mit Pflaumen

In zwei Comic-Romanen und dem daraus hervorgegangenen, vielfach preisgekrönten Animationsfilm „Persepolis“ arbeitete die iranische Künstlerin Marjane Satrapi ihre Kindheit und Jugend im Iran auf. Geplant ist eine ganze Trilogie, die der Welt einzigartige Einblicke in das Leben im Iran im 20. Jahrhundert ermöglichen soll. In der Graphic Novel „Huhn mit Pflaumen“ blickt die Autorin nun in die 50-er Jahre zurück. Gemeinsam mit Vincent Paronnaud verarbeitete sie ihr literarisches Werk zu einem Spielfilm.
  
In Teheran gilt der Violinist Nasser-Ali Khan (Mathieu Amalric) als größte Koryphäe seiner Zeit. Als seine geliebte Geige zerstört wird, geht mehr kaputt als seine freudlose Ehe mit der Lehrerin Faringuisse (Maria de Medeiros). Das Instrument verband Nasser-Ali stets mit Irâne (Golshifteh Farahani), seiner großen, aber unerfüllten Liebe. Wenn er musizierte, schwang das tiefe Gefühl immer mit und ergriff jeden Zuhörer. Nicht einmal die Stradivari, die der Händler Houshang (Jamel Debbouze) auftreibt, kann es mit dem Instrument aufnehmen. Und Faringuisse kann ihren Gatten mit dem besten Huhn mit Pflaumen verwöhnen, die Todessehnsucht hat ihn fest im Griff.    

Es ist nichts weniger als ein Stück Kinomagie, was Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud da gemeinsam im Studio Babelsberg gezaubert haben. Sie sind auch diesmal da, die Comic-Elemente, aber sie gestalten sich im Realfilm gänzlich anders als in „Persepolis“. Sie helfen, eine ganz eigene Welt zu erschaffen, die manchmal zutiefst melancholisch, oft sehr humorvoll und immer zum Weinen schön ist. Mit an Bord: die großartige Isabella Rossellini als Mutter Parvine.



von Robert Lucas
in Verleih von Prokino
Bundesstart: 05.01.2012


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