November 9, 2011
Drucken 
Kinokritiken

Immortals – Krieg der Götter

Kampf gegen Titanen

Krieg der Götter

Die Optik von „Immortals – Krieg der Götter“ erinnert stark an Zack Snyders brillante Metzel-Orgie „300“.

Der indisch-stämmige Regisseur Tarsem Singh hat in zehn Jahren nur drei Kinofilme zustande gebracht, zählt aber ob seiner fantasievoll-ausufernden Bilderwelten zu den aufregendsten Filmschaffenden der Neuzeit. Der altgediente Videoclip-Macher (z.B. R.E.M. „Losing My Religion“) schickte Jennifer Lopez im Thriller „The Cell“ auf virtuelle Mörderjagd, im Fantasy-Drama „The Fall“ entwarf er die unterschiedlichsten Märchenwelten. Nun lässt Tarsem gar die griechischen Götter auf die Zuschauer los. Und sie haben mächtig Wut im Bauch.


Auf der Erde schlägt nämlich der skrupellose König Hyperion (Mickey Rourke) mächtig über die Stränge. Mithilfe seines erbarmungslosen Heeres sorgt der Herrscher dafür, dass Griechenland schon viele Jahrhunderte vor der Staatspleite in Angst und Schrecken lebt. Hyperion möchte in den Besitz eines legendären Bogens gelangen, der seinem Herrchen wahre Wunderkräfte verleiht. Entsprechend gerüstet will der Herrscher die Titanen aus der Unterwelt befreien, wo sie seinerzeit von den Göttern eingelagert wurden. Bei dieser Gelegenheit wird Hyperion auch gleich die ganze Menschheit vom Antlitz der Erde tilgen. Zeus (Luke Evans), der vorsitzende Gott des Olymp, bestimmt den Krieger Theseus (Henry Cavill) zum Weltenretter. Der Sterbliche soll Hyperions wahnwitzige Pläne durchkreuzen und das Wiedererstarken der Titanen um jeden Preis unterbinden. Da sich die Gegenwart einer schönen Frau auf das Gemüt eines Helden jedweder Art stets sehr motivierend auswirkt, kämpft die liebreizende Priesterin Phaedra (Freida Pinto) tapfer an der Seite des Theseus, für den die Mission auch eine sehr persönliche Angelegenheit ist.

Ja, die Optik von „Immortals – Krieg der Götter“ erinnert stark an Zack Snyders brillante Metzel-Orgie „300“, was kein Zufall ist. Die Produzenten Gianni Nunnari und Mark Canton zeichnen nämlich für beide Werke verantwortlich. Gut möglich, dass sie den Wunsch geäußert haben, Tarsems Werk möge ein wenig an den Sandalen-Blockbuster erinnern. Dem Genie blieb noch genug Freiheit, um sich visuell auszutoben. Eigentlich bräuchte es gar keine Handlung, denn der Zuschauer erliegt dem Rausch der Bilder auch so.



von Robert Lucas
in Verleih von Constantin
Bundesstart: 11.11.2011


Bookmark and Share

Kinoartikelsuche