Dezember 1, 2011
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Kinokritiken

In Time

Die Zeit läuft ab

In Time

In Time

Zeit ist Geld – diese Alltagsweisheit nahm Regisseur Andrew Niccol ganz wörtlich und inszenierte einen packenden Science-Fiction-Thriller mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried in den Hauptrollen.

In einer nicht allzu fernen Zukunft sind sich die Menschen ihres wertvollsten Gutes schmerzlich bewusst: der Zeit. Am Unterarm eines jeden Erdenbürgers prangt dann eine Lebensuhr, die anzeigt, wie lange die oder der Betreffende noch zu leben hat. Fünfundzwanzig Jahre lang wächst und gedeiht man, dann fällt der Startschuss für das Jahr, das das letzte ist, wenn man seine Uhr nicht mit Zeit auflädt. Der Preis für alle Waren, Dienstleistungen und sonstigen Ausgaben gehen direkt von der eigenen Lebensspanne ab. Wie immer seit Menschengedenken sind die Ressourcen auch hier ungerecht verteilt. Die einen müssen für jede Minute hart rackern, nur damit ihre Zeit von steigenden Preisen und steuerlichen Abgaben in immer rasanterem Tempo aufgefressen wird. Die anderen sind unsterblich geworden, ihre Zeitkonten sind prall gefüllt. Nur ein Akt der Gewalt könnte sie vom Leben zum Tode befördern.

Will Salas (Justin Timberlake) wurde auf der Verliererseite geboren. Er schuftet hart, aber die Zeit rinnt ihm trotzdem durch die Finger. Nur ein paar Stunden verbleiben ihm noch bis zum Abschied in die ewigen Jagdgründe. Da trifft es sich gut, dass Will den wohl situierten Henry Hamilton (Matt Bomer) davor bewahren kann, von einer Bande von Zeitdieben ausgeraubt zu werden. Im Gegenzug erhält der junge Todeskandidat eine großzügige Spende. Außerdem öffnet Hamilton Wills Augen für die Ungerechtigkeiten des Zeit-Systems. Nunmehr mit einer dreistelligen Anzahl an Lebensjahren gesegnet, hat Will Zugang zu den Villen der Reichen und Schönen. Dort lernt er Sylvia Weis (Amanda Seyfried) kennen und lieben. Die Beziehung startet turbulent, denn der Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy), Angehöriger einer Art Zeit-Stasi, ermittelt gegen den Aufgestiegenen aus der Unterschicht. Und der hat tatsächlich ein paar grundlegende Reformen im Sinn…

Was für eine wundervolle Allegorie! In einer Zeit, in der die ganz realen sozialen Unterschiede zunehmend den Unmut der Betrogenen provozieren, ist „In Time“ genau richtig platziert – in time, sozusagen. Wer die Regiearbeiten des gebürtigen Neuseeländers Andrew Niccol kennt, nämlich den Science Fiction „Gattaca“ und den Actionthriller „Lord of War – Händler des Todes“, der vermag sich in etwa vorzustellen, wie sich „In Time“ anfühlt. Jede Sequenz ist sehr stylish, sehr kühl und sehr durchdacht. Wer das mag, wird seine Zeit im Kino gewiss nicht verschwenden.



von Robert Lucas
in Verleih von Fox
Bundesstart: 01.12.2011


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