
Der spanische Filmemacher Juan Carlos Fresnadillo hat sich mit dem soliden Horror-Sequel „28 Weeks Later“ für weitere gänsehautträchtige Aufgaben empfohlen. Für seine neue Studie der Angst wollte der Regisseur ausgetretene Pfade verlassen und einen Ansatz wählen, der im Genre noch nicht tausendfach strapaziert wurde.
John Farrow (Clive Owen) ist kein ängstlicher Mensch. Tagtäglich blickt der Bauarbeiter aus schwindelerregender Höhe auf die Stadt herab, während der nächste Wolkenkratzer gen Himmel wächst. Nach Feierabend warten Ehefrau Sue (Carice van Houten, „Repo Men“) und Tochter Mia (Ella Purnell) in einem bis dato recht idyllischen Zuhause. Neuerdings aber wird die Nachtruhe empfindlich gestört, weil Mia von schrecklichen Albträumen heimgesucht wird. Eine Gestalt im Kapuzenumhang stellt dem Mädchen in den eigenen vier Wänden nach. Da dieser Dämon kein Gesicht hat, will er sich ein solches stehlen.
Mia ist nicht das einzige Kind, das derart belästigt wird. In einem anderen Land und offenbar einige Jahre zuvor muss der kleine Juan (Izán Corchereo) miterleben, wie besagte Gestalt sein Kinderzimmer entert. Juans Mutter Luisa (Pilar López de Ayala) glaubt ebenso wenig an die Geschichten ihres Kindes wie anderswo John. Aber die ignoranten Eltern werden schon bald eines besseren belehrt werden.
Sein Bemühen um einen neuen dramaturgischen Ansatz ist Regisseur Fresnadillo hoch anzurechnen, aber leider geht die Rechnung nicht ganz auf. Der auf profanen Grusel und billige Schreckmomente konditionierte Zuschauer wartet an den falschen Stellen auf den Adrenalin-Kick. Wenn er dann mehrfach nicht eintritt, reagiert man zwangsläufig enttäuscht. Fresnadillo setzt auf Symbolik und schöne Bilder, anstatt dem Publikum permanent in die Magengrube zu schlagen. Sein Werk ist im Arthauskino besser aufgehoben als im brutalen Wettkampf mit genialen Angstmachern wie „Paranormal Activity“ oder „Insidious“. Der beliebte deutsche Schauspieler Daniel Brühl spielt in „Intruders“ übrigens eine Schlüsselrolle als Pater Antonio. Der bekennende Horrorfan sieht seine Rolle als Einstieg ins schaurige Metier. Schämen muss er sich für dieses Debüt keinesfalls.
Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 2
Humor: 0
Erotik: 0
|
|