
Drei Mal schon hat die „Impossible Missions Force“ Regierungsaufträge abgearbeitet, die weit jenseits der Grenzen des Machbaren angesiedelt waren. Teamchef Ethan Hunt (Tom Cruise) ist dem Tod mehr als einmal von der Schippe gesprungen. Wer Feind war und wer Freund, konnte man nie so genau einordnen. Nun steht das Einsatzkommando nicht nur vor seinem schwierigsten Fall, sondern sogar vor seiner Zerschlagung.
Dumm gelaufen: eigentlich sollte die IMF geheime Codes auftreiben, mit denen Nuklearwaffen zum Abschuss gebracht werden können, aber die Mission schlägt dermaßen fehl. Hunt, der zwischenzeitlich gesiebte Luft atmete, und seine Leute werden in den Kreml beordert. Der Zeitpunkt ist extrem ungünstig gewählt, denn der russisch-repräsentative Bau wird gerade durch eine Explosion in Schutt und Asche gelegt. Hunt hat den Schwarzen Peter in der Hand und das „Phantom Protokoll“ kommt zum Tragen. Damit distanziert sich die US-Regierung vehement davon, dass eine Einheit wie die „IMF“ überhaupt existiert. Hunt und seine Mitstreiter Jane Carter (Paula Patton), Benji Dunn (Simon Pegg) und Neuling William Brandt (Jeremy Renner) sind ganz auf sich allein gestellt. Können sie die Hintermänner des Komplotts nicht ausfindig machen, sind es ihre eigenen Köpfe, die rollen werden.
Der Kinozuschauer hat jede denkbare Verfolgungsjagd, jeden Schusswechsel, jede Explosion und jedes Maß an Zerstörung schon dutzendfach gesehen. Wann konnte man zum letzten Mal ernsthaft behaupten, dass ein Action-Film das Genre vorantreibt? Heute! Als Regisseur der computeranimierten Meilensteine „Die Unglaublichen“ und „Ratatouille“ hat Brad Bird ein untrügliches Gespür für Achterbahnfahrten zwischen Spannung und Humor bewiesen. Nun überträgt der Filmemacher diese Qualitäten auch auf den Live-Action-Bereich und setzt dabei neue Maßstäbe. Man darf gern differenziert sehen, was Tom Cruise außerhalb seines Hauptjobs so alles treibt. Als Held des vierten „Mission: Impossible“-Abenteuers aber läuft er noch einmal zu Hochform auf und zeigt den Kollegen, die nach seinem Erbe gieren, was voller Körpereinsatz ist. „Phantom Protokoll“ besticht außerdem durch überraschende Wendungen, eine im besten Sinne schwindelerregende Kameraführung und charismatische Bösewichte. Schließlich punktet der Streifen auch noch mit einer großen Portion Humor. Der Action-Renner des Jahres kommt ganz zum Schluss. Punkt.
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