Oktober 18, 2011
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Kinokritiken

Pirates of the Caribbean Fremde Gezeiten

Ewige Jugend für alte Säcke:

Für 2,7 Milliarden Dollar muss eine alte Dame verdammt lange stricken, auch wenn sich diese Zahl heute nicht mehr ganz so gewaltig anhört wie vor den Zeiten der Bankenkrise. Mit drei abenteuerlichen Filmen rund um den schwankenden Captain Jack Sparrow (genial verkörpert von Johnny Depp) verdiente Disney dieses hübsche Sümmchen. Warum also sollte man die Segel streichen und die Piratenschiffe nach drei Teilen für alle Zeiten vor Anker gehen lassen, wenn da draußen, in den Kinos dieser Welt, nach wie vor fette Beute wartet"

Gore Verbinski, der begnadete Regisseur der Trilogie, ist von Bord gegangen. Dem kreativen Genie stand der Sinn nach radikaler Abwechslung, deshalb inszenierte er den wunderbaren Animationsfilm "Rango", der im Kino gut, aber nicht so fantastisch wie verdient lief. Egal, wird er eben auf DVD zum Kult avancieren. Einen Tapetenwechsel strebte offensichtlich auch Rob Marshall an, der ab sofort das Kommando übernimmt. Der Regisseur sorgte bislang dafür, dass im Kino ordentlich das Tanzbein geschwungen wird, und das mal mehr ("Chicago") und mal weniger ansehnlich ("Nine").

Wenn Captain Jack diesmal in See sticht, sind seine bisherigen Weggefährten Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) nicht mehr mit von der Partie. Stattdessen bekommt es der trinkfreudige Pirat auf seiner Suche nach dem geheimnisumwitterten Jungbrunnen mit der ungemein heißblütigen und schlagkräftigen Angelica (Penélope Cruz) zutun. Zunächst aber gibt es ein Wiedersehen mit Lieblingsgegenspieler Hector Barbossa (Geoffrey Rush), der seine Arbeitskraft mittlerweile in den Dienst der Briten stellt. Jack wird von den Schergen der Krone verfolgt, aber er denkt partout nicht daran, sein Wissen um den Jungbrunnen zu teilen. Neben den Briten streben auch die Spanier nach der ewigen Jugend. Und einer, der selbige ganz besonders nötig hat, ist der berüchtigte Pirat Blackbeard (Ian McShane) - ein Bösewicht bis ins Mark, der Jack das Leben richtig schwer machen wird"

Niemand darf erwarten, im vierten Teil revolutionär Neues serviert zu bekommen. Und das wollen die Fans ja auch nicht. Der allseits beliebte Captain Jack steht diesmal noch stärker im Mittelpunkt des Geschehens. Die Neuzugänge passen, die Abgänge vermisst man kaum. Ab und an würde man sich vielleicht ein wenig mehr Action wünschen. Höhepunkt des vierten Abenteuers ist zweifelsohne eine Begegnung mit Meerjungfrauen, die nicht nur den Zuschauer bezirzen werden. Man darf gespannt und sollte auf der Hut sein.



von Robert Lucas
in Verleih von Disney
Bundesstart: 23.05.2012


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