Oktober 18, 2011
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Kinokritiken

Rango

Wasser ist Leben

Hollywood spielt "Bäumchen wechsel dich!". Animationsgenie Brad Bird ("Die Simpsons", "Ratatouille") dreht mit Tom Cruise den neuen "Mission: Impossible"-Film. Und während der Musical-Spezialist Rob Marshall ("Chicago", "Nine") die Regie des nächsten "Fluch der Karibik"-Streifens übernommen hat, wandte sich der bisherige Piratenfilm-Macher Gore Verbinski dem Animationsgenre zu. Seinen Hauptdarsteller Johnny Depp brachte er für seine wundervolle Western-Hommage "Rango" gleich mit.

Wer die Kontrolle über das Wasser hat, der kontrolliert die Welt, das wird dem Neuankömmling im verwahrlosten Wüstenkaff schnell klar. Als Chamäleon ist der Fremde darauf programmiert, sich der neuen Umwelt rasch anzupassen. Er imitiert das Macho-Gehabe der Einheimischen, nennt sich ab sofort Rango und verschafft sich mit ebenso tollkühnen wie frei erfundenen Geschichten Respekt. Dabei spielt ihm der Zufall in die Hände, durch eine Verkettung merkwürdiger Umstände steht Rango tatsächlich bald als Retter der Stadt da. Grund genug, ihm den Sheriff-Stern an die schmale Brust zu heften. In einer Stadt, in der eine skrupellose Gaunerbande die Kontrolle über die letzten Wasservorräte ausübt und die Bevölkerung drangsaliert, hat sich die Amts- und Lebenszeit der Ordnungshüter letzthin allerdings dramatisch verkürzt.

Für gewöhnlich bedeutet ein Synchronjob leicht verdientes Geld. Die Stars gehen für ein paar Tage in die Sprecherkabine und halten dann die Hand auf. In Ausnahmefällen wie dem "Polarexpress" kommt das Motion-Capturing-Verfahren zum Einsatz, bei dem die über und über mit Sensoren bestückten Schauspieler die Szenen tatsächlich spielen und ihre Bewegungen vom Computer in bunte Bilder umgerechnet werden. Verbinski erfand eine dritte Variante. Johnny Depp und Co. versammelten sich mehrere Wochen lang auf einer Bühne, wo sie in echten Kostümen und Kulissen die Szenen spielten und dabei großen Freiraum zum Improvisieren hatten. Das Ergebnis ist einer der originellsten, humorvollsten und visuell aufregendsten Animationsfilme aller Zeiten, ein Muss für jeden Genre-Fan. Vor dem Zuschauer tut sich ein einzigartiges Universum aus skurrilen Figuren und atemberaubenden Schauplätzen auf. Hans Zimmer begibt sich mit seinem übergroßen Soundtrack auf die Spuren von Ennio Morricone, die witzigen Songs einer Mariachi-Truppe treiben eine Handlung voran, die keinen Durchhänger und kein Verschnaufen kennt. Eltern kleiner Sensibelchen seien gewarnt: "Rango" ist in jeder Beziehung ein waschechter Western, in dem es mitunter heftig zur Sache geht. Ein anbetungswürdiges Unikum aus dem Computer!

Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 5
Humor: 5
Erotik: 0


von André Wesche
in Verleih von Paramount
Bundesstart: 23.05.2012


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