Dezember 14, 2011
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Kinokritiken

Rubbeldiekatz

Geschlechtsumwandlung mit Hindernissen

„Tootsie“ grüßt aus der Ferne, wenn Matthias Schweighöfer unter der Regie von Detlev Buck in Frauenkleider schlüpft.

 

Abend für Abend steht Alexander Honk (Matthias Schweighöfer) im Fummel auf der Bühne und gibt „Charleys Tante“. Der Schauspieler würde gern auch öfter vor der Kamera stehen, aber sein Manager Jürgen (Detlev Buck), der nebenbei auch sein Bruder ist, hat kein allzu gutes Händchen. Da grenzt es schon fast an ein Wunder, dass Alexander zum Vorsprechen für einen großangelegten Nazi-Film amerikanischer Machart eingeladen wird. Allerdings kennen die Casting-Leute nur Alexanders Bilder im Frauenkostüm. „Alexandra Honk“ soll die Rolle der Nazi-Funktionärin Maria übernehmen.

 

Der Schauspieler und seine leiblichen bzw. geistigen Brüder Jürgen, Basti (Maximilian Brückner) und Jan (Denis Moschitto) sind dringend auf eine Finanzspritze angewiesen. Zwei Drehtage lang wird Alexander schon als Frau durchgehen. Zuvor vertieft der noch einmal seine Kenntnisse über das weibliche Geschlecht, indem er eine stürmische Nacht mit einer Zufallsbekanntschaft verbringt. Die international erfolgreiche Darstellerin Sarah Voss (Alexandra Maria Lara) wird Alexander schon bald wiederbegegnen. Sie spielt eine Hauptrolle in dem Weltkriegsspektakel. Und der bis über beide Ohren verliebte Alexander hat ein Problem. Er kann seine wahre Identität nicht preisgeben. Als Alexandra hat er zwar bald einen guten Draht zu Sarah, muss aber tatenlos mit ansehen, wie ein Konkurrent um die Schöne buhlt…  
 


Detlev Buck hat sich im Dienste seiner neuen Komödie mit Autorin Anika Decker zusammengetan, die mit ihren Büchern zu Til Schweigers Publikumsrennern „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ ein wenig frischen Wind in das brachliegende Genre der romantischen Komödie brachte. Allerdings ist die Kinosozialisierung der beiden Filmemacher eine grundverschiedene. Til Schweiger orientiert sich erfolgreich an den Wirkmechanismen des Hollywoodkinos, während man Detlev Buck für seinen kauzigen (nord-)deutschen Humor liebt. Schaut man sich „Rubbeldiekatz“ an, dann ahnt man, dass hier ein Regisseur Zugeständnisse machen musste.

 

Die schönsten Szenen des Filmes gehören Detlev Buck, dem Schauspieler, und seinen Filmbrüdern. Wenn die Jungs Geld abheben und jeder nur eine Ziffer der PIN kennt, ist das einfach urkomisch. Dieser Bande könnte man ewig zuschauen, auch wenn sie einfach nur herum gammelt. Beim Inszenieren der stromlinienförmigen romantischen Komödie tat sich Buck fühlbar schwerer. Auch hier kann „Rubbeldiekatz“ etliche nette Augenblicke für sich verbuchen und zweifelsohne gibt Matthias Schweighöfer ein prächtiges Weibsbild ab.

 

Wie aus einem dramaturgischen Guss wirkt die Geschichte indes nie, die 108 Minuten Spielzeit erweisen sich als recht großzügig bemessen. Es steht zu befürchten, dass weder Buck-Fans noch Romantik-Junkies wirklich befriedigt werden.  

 

Wertung:

  • Anspruch: 0
  • Spannung: 2
  • Action: 2
  • Humor: 3
  • Erotik: 1


von André Wesche
in Verleih von Universal
Bundesstart: 15.12.2011


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