
Vor gerade mal fünf Jahren hat Regisseur Marcus H. Rosenmüller mit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ ein furioses Spielfilmdebüt abgeliefert. Der Bayer sonnte sich nicht im Glanz des Augenblicks, er ergriff die Gunst der Stunde und legte reichlich nach: zum Ausklang des Jahres 2011 präsentiert Rosenmüller bereits seinen achten Kinofilm.
Noch ist die schöne Erinnerung an die Kultur-Crash-Komödie „Sommer in Orange“ mehr als gegenwärtig, die früher in diesem Jahr die Herzen des Publikums eroberte, da gibt es schon Nachschub. Und auch wenn sich die Titel ähneln mögen, betritt der umtriebige Filmemacher mit „Sommer der Gaukler“ gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland.
Theater ist das Familiengeschäft der Schikaneders. Emanuel (Max von Thun) und seine Frau Eleonore (Lisa Maria Potthoff) tingeln mit ihrer Truppe durchs Land und geben ein Stück über Agnes Bernauer zum Besten. In diesem Sommer des Jahres 1780 soll ein Auftritt in Salzburg die Karriere kräftig ankurbeln. Kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart selbst wird dann im Publikum sitzen, wird gemunkelt. Nun ist Salzburg zwar geografisch nah, aber praktisch fast unerreichbar, kriecht das Ensemble doch finanziell auf dem Zahnfleisch. Die Einreise ins gelobte Land wird verweigert und ein armseliges Dorf in den Bergen wird zur vorübergehenden Heimat der bunten Truppe. Hier wird Schikaneder Zeuge großer Ereignisse. Der örtliche Bergwerksbesitzer hält nicht viel von übermäßigen Sicherheitsvorkehrungen. Die Bergleute begehren dagegen auf, ihre Haut täglich aufs Neue für den Geizkragen zu Markte tragen zu müssen. Der Theaterleiter wird von den Vorgängen zu einem neuen Stück inspiriert. Seine Schauspielertruppe droht derweil zu zerfallen…
Marcus H. Rosenmüller wird als ein Vater des neuen deutschen Heimatfilms gefeiert. Neu ist an „Sommer der Gaukler“ freilich wenig, denn seinerzeit ging es hygienisch nie ganz einwandfrei zu. Tolle Darsteller, grandiose Kulissen und kauziger Humor – ganz großes Kino um vermeintlich kleine Leute.
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