
Von einer Gleichstellung der Rassen konnte im Amerika der frühen 1960-er Jahre keine Rede sein. „The Help“ ist ein großartiger Film, der dieses sensible Thema aufgreift, ohne in Schwermut zu versinken.
Jackson, Mississippi. Zu Beginn der 1960-er Jahre bildet eine emanzipierte junge Frau wie Eugenia „Skeeter“ Phelan (Emma Stone) hier eine Ausnahmeerscheinung. Skeeter stammt aus guten Verhältnissen, hat Literatur studiert und will nun als Journalistin arbeiten und wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen. Jackson ist sicherlich nicht der ideale Platz zur Selbstverwirklichung. Noch immer ist Skeeters Geschlechtsgenossinnen ein Dasein als Hausfrau und Mutter vorbestimmt, wobei die wirkliche Hausarbeit schwarzen Dienstboten vorbehalten bleibt, während man sich selbst bei Spielen vergnügt oder sich darin gefällt, die eigene Wohltätigkeit zu zelebrieren.
Für die Angestellten hat sich seit den Zeiten der Sklaverei nicht wirklich viel verändert. Zwar werden die Helfer dieser Tage bescheiden entlohnt, aber für die allermeisten Arbeitgeber sind sie noch immer Menschen zweiter Klasse. Skeeter ist in dieser Welt völlig fehl am Platze, will ihre schwerkranke Mutter Charlotte (Allison Janney) aber nicht allein lassen. Immerhin darf sie für die Lokalzeitung eine Kolumne übernehmen, die sich ausgerechnet mit Haushaltsfragen auseinandersetzt.
Das Thema ist für Skeeter eine denkbar große Herausforderung, denn auf diesem Feld hat sie kaum Vorkenntnisse. Sie sucht Rat bei den Dienstmädchen ihrer Freundinnen. Was sie über die Lebensrealität von Frauen wie Aibileen (Viola Davis) oder Minny (Octavia Spencer) erfährt, verschlägt ihr die Sprache. Ermutigt durch die New Yorker Lektorin Elaine Stein (Mary Steenburgen) beginnt Skeeter, ihre Recherchen zu einem Buch zu verarbeiten. Nicht nur ihre – nunmehr – Ex-Freundin Hilly (Bryce Dallas Howard) fühlt sich bloßgestellt…
Dass Regisseur Tate Taylor den Roman „Gute Geister“ von Kathryn Stockett verfilmt hat, war so naheliegend wie nur irgendwas. Beide Künstler sind miteinander befreundet und stammen aus Jackson, dem Ort der Handlung. Damit ist gewährleistet, dass der Streifen das richtige Lokal-Kolorit trifft.
Tatsächlich ist „The Help“ aber nicht nur ein Augenschmaus, sondern eine gleichermaßen spannende wie aufschlussreiche Zeitreise zwischen Tragik und Komik. Ein Film voller wunderbarer Frauen, aber nicht nur für ein weibliches Publikum.
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