Dezember 22, 2011
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Kinokritiken

The Ides of March – Tage des Verrats

Hinter den Kulissen der Macht

The Ides of March – Tage des Verrats

The Ides of March – Tage des Verrats

Politik ist ein schmutziges Geschäft, selten war diese Tatsache so sehr im öffentlichen Bewusstsein verankert wie heute. Der engagierte Schauspieler und Regisseur George Clooney arbeitete schon seit längerer Zeit an einem Stoff, der die Perversionen rund um die Machtspiele der großen Politik offenlegt. Das Theaterstück „Farragut North“ aus der Feder von Beau Willimon hatte alles, wonach Clooney suchte. In seinem Land war allerdings gerade der erste farbige Präsident gewählt worden und die Nation schöpfte Hoffnung. Im Moment der allgemeinen Aufbruchsstimmung wollte Clooney kein Spielverderber sein, er verschob das Projekt auf einen geeigneteren Zeitpunkt. Auf jetzt.

Stephen Meyers (Ryan Gosling) weiß, wo der Hase langläuft. Jung ist er, Anfang 30, aber als Politberater mit allen Wassern gewaschen. Aktuell macht sich Stephen für den Demokraten Mike Morris (George Clooney) stark, der das Amt des US-Präsidenten anstrebt und auf diesem Weg noch manche Hürde zu nehmen hat. Stephen weiß, wie Meinungen gemacht werden und welche winzigen Details entscheidend dafür sein können, ob ein Kandidat im öffentlichen Auge Pluspunkte sammelt oder Sympathien einbüßt. Bei so viel Professionalität ist es fast schon sympathisch, dass auch Stephen menschliche Schwächen hat. Er lässt sich auf eine Affäre mit einer Mitarbeiterin ein und er begeht den schwersten aller Fehler: er lässt sich zu einer scheinbar harmlosen Unterredung mit dem politischen Gegner überreden. Plötzlich gerät Stephens heile Welt aus den Fugen. Der bis dato absolut loyale Mann muss seine Ideale neu bewerten und schwere Entscheidungen treffen, wenn er je Karriere machen will…         

Aus dem beliebten Kinderarzt aus dem “Emergency Room” ist ein Großer Hollywoods geworden. George Clooney ist nicht nur ein Leinwand-Superstar, dem die Fans zu Füßen liegen, er ist auch ein integerer Filmemacher mit einer Botschaft. Wenn Clooney ruft, lehnt kein Schauspieler ab. Und so geben sich auch in seinem neuen Werk Charaktermimen wie Evan Rachel Wood, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti oder Marisa Tomei die Klinke in die Hand. Leonardo DiCaprio fungierte als ausführender Produzent. Politik ist ein schmutziges Geschäft, das wusste man. Aber dass es so schlimm ist, möchte man gern verdrängen.



von Robert Lucas
in Verleih von TOBIS
Bundesstart: 22.12.2011


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