Dezember 29, 2011
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Kinokritiken

Und dann der Regen

Der Krieg um das Wasser

Und dann der Regen

Und dann der Regen

Regisseurin Iciar Bollain verfilmte mit „Und dann der Regen“ ein Drehbuch von Paul Laverty, der durch seine regelmäßige Zusammenarbeit mit Ken Loach bekannt wurde. Virtuos verwebt die Spanierin die wahren Begebenheiten des bolivianischen Wasserkrieges aus dem Jahre 2000 mit einer nicht minder engagierten Film-im-Film-Handlung, ohne je die immense Spannung zu brechen.

Wie sich die Bilder gleichen. Als im Jahre 2000 die Wasserversorgung des bolivianischen Ortes Cochabamba privatisiert wird, stellt der neue Eigentümer sogar das Auffangen von Regenwasser unter Strafe. Die bettelarmen Einwohner lassen sich das Recht auf Wasser nicht verwehren, sie begehren gegen den internationalen Konzern auf. Die Regierung schickt ihre Ordnungskräfte ins Rennen, die den Aufstand mit aller Brutalität niederschlagen sollen. Bewaffnete mit scharfen Hunden treiben die Bevölkerung vor sich her, um die Interessen des Raubtierkapitalismus durchzusetzen.

Gerade erst hat der spanische Regisseur Sebastian (Gael Garcia Bernal) vor Ort eine ganz ähnliche Szene gedreht. Sein Film ist allerdings vor 500 Jahren angesiedelt, in jener Zeit, in der Kolumbus anlandete und den Grundstein für die Ausbeutung eines ganzen Kontinents legte. Der Filmemacher sieht sich als Idealist, weil er sich in seinem Werk auf die Seite der Opfer stellt und deren Leid ungeschminkt darstellt.

An Originalschauplätzen zu drehen, wäre freilich viel zu teuer. Gemeinsam mit seinem Produzenten Costa (Luis Tosar) ist Sebastian nach Cochabamba gekommen, weil die Arbeitskraft hier billig ist und spektakuläre Massenszenen für einen Apfel und ein Ei gedreht werden können. Dass die Indianer des Hochlands anders aussehen, als die Bewohner der karibischen Küsten, merken die Zuschauer in ihren bequemen europäischen Kinosesseln sowieso nicht.

Die wichtigste Szene muss noch gedreht werden, als die Sache mit dem Wasser dazwischen kommt. Gern würde sich das Filmteam aus allem heraushalten, aber ausgerechnet ein vor Ort gecasteter Hauptdarsteller macht sich zum Sprachrohr der Widerstandsbewegung. Beim Versuch, das Projekt zu retten, kommt vor allem Produzent Costa den betroffenen Familien sehr nahe. Er kann nicht länger wegsehen…

Die durchweg großartigen Schauspieler verkörpern die menschlichen Reaktionen auf die Krisensituation in all ihrer Vielfalt: da sind Angst und Verzweiflung, Mut und rohe Gewalt, Resignation und Neubesinnung. Das Kinojahr 2011 findet mit einem großen Film für die kleineren Säle ein versöhnliches Ende.                      

Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 1
Erotik: 0



von André Wesche
in Verleih von Piffl Medien
Bundesstart: 29.12.2011


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