Februar 16, 2012
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Kinokritiken

Yoko

Yeti im Anmarsch:

Yoko

Yoko

Der international erfolgreiche, deutsche Kinderbuchautor Knister zeichnet nicht nur für die Abenteuer der „Hexe Lilli“ verantwortlich. Der studierte Sozialpädagoge ersann auch Yoko, den Yeti, und widmete seinem bunten Treiben ebenfalls mehrere Bücher. Nun erblickt der Schneemensch auch als Filmfigur das Licht der Welt.


Der skrupellose Tierfänger Thor van Sneider (Tobias Moretti) hat im Himalaya sein Unwesen getrieben. Nun tritt er mit einem LKW voller Beute die Heimfahrt nach Deutschland an, nicht ahnend, dass sich diesmal ein ganz besonderes Exemplar unter seinen Gefangenen befindet. Ein leibhaftiger, standesgemäß weißer und extrem wuscheliger Yeti wurde beim Versuch, die Tiere zu befreien, selbst im Laderaum gefangen. Zurück in Deutschland wittert van Sneider ein großes Geschäft. Zoodirektor Kellermann (Justus von Dohnányi) wird für den Yeti ein hübsches Sümmchen berappen. Gut möglich, dass der Schneemensch schon bald als ausgestopftes Präparat endet. Auch weil er über die Gabe verfügt, sich unsichtbar zu machen, kann Yoko fliehen. Es verschlägt ihn in das Baumhaus der 11-jährigen Pia (Jamie Bick), die um ihren Vater trauert. Das Mädchen nimmt sich des fremden Gastes an. Unterstützt durch ihre kleine Schwester, ihre liebevolle Mutter (Jessica Schwarz) und ihren besten Freund Lukas sorgt sie dafür, dass Yoko wieder dorthin gelangt, wo man ihn schon schmerzlich vermisst.      

Regisseurin Franziska Buch hat sich mit Kinderfilmen wie „Emil und die Detektive“ oder „Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“ einen Namen gemacht. Ihre Filmversion der Abenteuer von „Yoko“ richtet sich an ein sehr junges Publikum. Allerdings sollte man gerade bei ganz kleinen Kinogängern eine gewisse Sorgfalt walten lassen. Wenn der Tiertransport vom Himalaya nach Deutschland fährt, ohne dass zwischendurch jemand nach dem Rechten schaut oder füttert, weht der Wind schon mächtig aus Richtung Märchenwiese. Auch dass die elfjährige Pia ganz allein und hoch professionell das Kinderzimmer für ihre Schwester renoviert, ist nur bedingt glaubwürdig. Wenn man eine fantastische Geschichte wie diese erzählt, sollte sich zumindest in realistische Rahmenbedingungen eingebettet sein. Der Held Yoko, die meiste Zeit über gespielt von Schauspielern im Kostüm, verbreitet einen großen Charme und wächst dem Publikum ans Herz. Es ist wohl dem Budget geschuldet, dass die computeranimierten Szenen weniger überzeugen können. Dem Spaß und der Spannung ist das allerdings nicht abträglich.                 
 

Anspruch: 0
Spannung: 2
Action: 3
Humor: 2
Erotik: 0



von André Wesche
in Verleih von Sony Pictures
Bundesstart: 16.02.2012


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