Januar 5, 2012
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Kinokritiken

Ziemlich beste Freunde

Nur kein Mitleid

Ziemlich beste Freunde

Ziemlich beste Freunde

Die Regisseure Eric Toledano und Olivier Nakache wurden nach eigenem Bekunden durch die Dokumentation „À la vie, à la mort“ zu ihrem Film inspiriert. Dort wurde die Geschichte des Philippe Pozzo di Borgo erzählt, der sich nach einem Gleitschirmunfall querschnittsgelähmt wiederfand und mit seiner helfenden Hand namens Abdel einen ähnlich guten Fang machte wie nun der Filmheld.

Einst hatte Philippe (François Cluzet, „Kleine wahre Lügen“) das perfekte Leben, aber dann schlug das Schicksal hart zu. Seine geliebte Frau starb, Philippe selbst sitzt nach einem Absturz mit dem Gleitschirm querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Die materiellen Dinge sind ihm geblieben, das riesige Anwesen im Nobelviertel von Paris, der Sportwagen, der auf dem Hof vor sich hin rostet. Doch schon bei den einfachsten Verrichtungen des täglichen Lebens ist Philippe auf Hilfe angewiesen.

Als sein Pfleger kündigt, soll eine Stellenausschreibung Ersatz schaffen. Aber mit keinem der Kandidaten, die daraufhin vorstellig werden, möchte man wirklich bei Tag und Nacht zusammen sein. Ein junger Mann aus bescheidenen Verhältnissen gibt immerhin zu, dass es ihm nur um eine Absage geht, die er dem Arbeitsamt vorlegen kann, um weiterhin seine Mittel zu beziehen. Driss (Omar Sy) bringt zweifelsohne die Physis eines Pflegers mit und offenbar hinterlässt er bei Philippe auch sonst einen besonderen Eindruck.

Zunächst gegen seinen Willen und auch nur auf Probe wird Driss eingestellt. Die quantensprungartige Erhöhung seines Wohnkomforts stimmt den neuen Pfleger versöhnlich, aber einige der Aufgaben, die mit dem neuen Job zusammenhängen, übersteigen zunächst seine Kräfte. Doch nach und nach wird aus Driss nicht nur der perfekte Helfer in der Not, sondern der beste Freund Philipps, der ihm zuhört, ihm Nervenkitzel verschafft und seinem Leben Halt gibt.        

Philippe Pozzo di Borgo stand dem Filmteam als enger Berater zur Verfügung, wobei ihm eines besonders am Herzen lag: es sollte ein humorvoller Film entstehen. Mission geglückt! „Ziemlich beste Freunde“ ist eine Komödie mit wohl dosierten ernsten Kontrapunkten, die rundum optimistisch und froh stimmt.



von Robert Lucas
in Verleih von Senator
Bundesstart: 05.01.2012


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