November 2, 2011
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Kinokritiken

Zwei an einem Tag

Verliebt am 15. Juli

Zwei an einem Tag

Zwei an einem Tag

Im Wochenrhythmus posaunen bunte Illustrierte die Namen neuer Jungstars heraus, die mit Sicherheit zur neuen Theron oder Jolie aufsteigen oder schon in Kürze Clooney und Pitt ablösen werden. In den allermeisten Fällen hört man nach ein paar Jahren nichts mehr von diesen Hoffnungsträgern. Als Anne Hathaway vor zehn Jahren "Plötzlich Prinzessin!" wurde, sagte man auch der jungen Frau mit dem breiten Julia-Roberts-Lachen die ganz große Zukunft voraus. Und wenigstens in diesem Fall traf die Prognose ins Schwarze.

 

Am denkwürdigen 15. Juli des Jahres 1988 finden Emma (Anne Hathaway) und Dexter (Jim Sturgess) zusammen. Die Examensfeier ist vorüber und die Lebensrealität wird sie schon am nächsten Tag trennen, aber diese Nacht gehört der quirligen jungen Frau und dem Schulschwarm. Der Zuschauer wird die beiden Helden der Geschichte über 20 Jahre hinweg begleiten, der 15. Juli bleibt der Stichtag für den Besuch. Das Schicksal hat zwei denkbar unterschiedliche Lebenswege für die Protagonisten vorgesehen. Der attraktive Dexter hat privat und beruflich stets ein leichtes Spiel, er avanciert zum Medienstar. Emma hat weniger Glück, ihre Karriere nimmt in einem mexikanischen Restaurant ihren Anfang. Trotzdem treffen sich die beiden Jugendfreunde immer wieder und teilen seltene Momente des Glücks. Und die Karten werden stets aufs Neue gemischt.

Die dänische Regisseurin Lone Scherfig ("An Education") hat keine Angst vor den ganz großen Emotionen, aber sie weiß, wie man solche auf die große Leinwand bringt, ohne in den Untiefen des Kitsches zu versinken. Was nicht bedeutet, dass es im Bauch nicht mächtig kribbeln würde. Diesen zwei Menschen dabei zuzusehen, wie sie jahrzehntelang am gemeinsamen Lebensglück vorbeischrammen, obwohl sie doch offensichtlich füreinander bestimmt sind, ist mitunter sehr schmerzhaft. Und an dieser Stelle wird gewiss nicht verraten, ob man zum Schluss durch ein Happy End entschädigt wird.



von Robert Lucas
in Verleih von Tobis
Bundesstart: 03.11.2011


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