
| "Jeder muss sterben, nun bin ich dran" |
von dpa
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„Rosenmontag teilten uns die Ärzte die Diagnose mit. Eine OP ist nicht mehr möglich“, sagte Sängerin Monika Erhardt-Lakomy am Donnerstag. Reinhard Lakomy, 67 Jahre alt und einer der bekanntesten und vielseitigsten Musiker in der DDR, ist todkrank. Er hatte zuerst der „Super Illu“ von seiner Krebs-Erkrankung berichtet. „Chemotherapie und lebenserhaltende Maßnahmen lehnt mein Mann ab. Er ist sehr gefasst und hat sich sofort daran gemacht, die Arrangements für seine Show umzuschreiben, damit auf der Bühne alles nahtlos ohne ihn weitergehen kann“, sagte seine Frau.
„Lacky“, wie seine Freunde ihn nennen, begeistert seit Jahrzehnten kleine und große Fans, komponierte auch Musicals, Ballett- und Filmmusik. Hunderttausende Kinder und Erwachsene liebten seine „Traumzauberbaum“-Revue. Der Mann mit den langen weißen Haaren, der kleinen Brille und dem Schnauzbart will sein Leben mit seiner Ehefrau bis zum letzten Moment auskosten. „Wir feiern sozusagen jeden Tag Erntedank, sitzen am Kamin und erinnern uns“, sagte sie.
"Wir feiern jeden Tag Erntedank"
Wie lange es dauern wird, ob einige Tage noch oder ein paar Wochen, das wisse niemand. „Jeder muss mal sterben, und jetzt bin halt ich dran“, sagte der Sänger der „Super Illu“. Schon mit vier Jahren bekam der gebürtige Magdeburger Klavierunterricht. Später studierte er an der Dresdner Musikhochschule. Als Jazzer gehörte Lakomy zu den Mitbegründern des Günther Fischer Quartetts. Der Durchbruch gelang ihm 1972 mit „Heute bin ich allein“.
Lakomys 36-jährige Ehe mit der Tänzerin und Autorin Monika Ehrhardt war bestimmt von Kreativität. Lakomy komponierte und seine Frau schrieb die Texte. Die musikalischen Geschichten mit dem Regentropfen Paule Platsch, der frechen Nudel Springginkel, dem dicken Kürbis Kugel und den Waldgeistern Waldwuffel und Moosmutzel wurden zu Hits, die „Traumzauberbaum“-Shows begeisterten Unzählige. Die „Traumzauberbaum“-Tournee, die bis November 2014 rund 60 Auftritte vorsah, soll weitergehen – egal, was passiert. Das bestätigte Lakomys Manager Tom Wieglohs. Der „Traumzauberbaum“ in der Show spricht nun mit Lakomys Stimme,. Seine Ehefrau meint: „Das Wichtigste ist ihm, dass die Revue weitergeht und die Menschen kommen. Auch wenn er nicht mehr dabei ist – seine Lieder werden bleiben.“

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