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Ufftata und Bumbum: Bayerische Blasmusik fetzt

Die Gruppe LaBrassBanda lässt es ordentlich krachen. Eine Tuba, ein E-Bass, eine Posaune, ein Schlagzeug und eine Trompete – die Besetzung entspricht der einer klassischen Bläsercombo und ist musikalisch doch meilenweit davon entfernt.
Die Gruppe LaBrassBanda lässt es ordentlich krachen. Eine Tuba, ein E-Bass, eine Posaune, ein Schlagzeug und eine Trompete – die Besetzung entspricht der einer klassischen Bläsercombo und ist musikalisch doch meilenweit davon entfernt.

Blasmusik, die sowohl in der Szene-Disco als auch in der zünft’gen Wirtschaft gespielt wird? Für die bayerische Band LaBrassBanda kein Problem. Und obwohl die Jungs in feinster bayerischer Mundart singen, haben sie nicht nur Fans im Freistaat, sondern waren zunächst in Kroatien, Serbien und England erfolgreich.

Beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest landeten sie auf Platz zwei – und wurden vielfach zum Sieger der Herzen erklärt. Jetzt bringen die fünf Musiker ihr drittes Album auf den Markt: „Europa“.

Zu hören gibt es auf dem neuen Album den nicht-schubladenfähigen LaBrassBanda-Sound: einen Mix der Musikrichtungen – mit Trompete, Tuba, Posaune, Bass, Schlagzeug und Gesang.

Ganz erdige und gemütliche Produktion

„Wir haben uns viel Zeit gelassen und auch viele verschiedene Sachen ausprobiert“, beschreibt Stefan Dettl, Trompeter und Sänger der Band, die Entstehung des Albums. „Im Endeffekt sind wir wieder auf die ganz erdige und gemütliche Produktion gekommen.“ Und das sei vor allem „viel Bumbum“.

„Bumbum“ gibt es etwa im Song „Tecno“. „Jaqueline“ klingt nach feinstem Ska, „Holland“ hingegen nach hochgepitchter Marschmusik mit dem Gesang von Scatman John auf Bayerisch. Und „Nackert“ animiert einfach zum Mitsingen. Wer des Bayerischen nicht mächtig ist, muss wohl oder übel beim Mitsummen bleiben – für Nicht-Freistaatler sind die Texte in bajuwarischer Mundart nicht machbar. Auch wenn man weder mitsingen noch die Musik einem Genre zuordnen kann, es klingt verdammt gut. Auch ruhigere Töne haben auf dem Album Platz gefunden. „Es ist wieder trockener, es ist nicht die ganz große Pop-Geste, es ist eigentlich ein gemütliches Album geworden“, beschreibt Bassist Oliver Wrage.

Vor nicht einmal sechs Jahren haben sich die fünf Musiker zusammengefunden. Alle stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Stefan Dettl (Trompete und Gesang) studierte in München Klassik und Jazz. Manuel Winbeck (Posaune) war in Graz Kirchenmusiker. Andreas Hofmeir (Tuba) ist Universitätsprofessor und Kabarettist. Manuel da Coll (Schlagzeug) ist studierter Jazz-Schlagzeuger, und Oliver Wrage (Bass) entstammt der Berliner Techno-Szene. Ein bunter Mix, der sich in der Musik unverkennbar widerspiegelt.

Gastauftritte bei den Ärzten geplant

Bis November ist die Band auf Deutschland-Tour, zudem haben sie Gastauftritte bei den Ärzten. Bassist Wrage wird allerdings nicht dabei sein. Er ist Vater geworden und will sich künftig hauptsächlich auf seine neue Rolle als Papa konzentrieren. Er wird deshalb nur noch in seiner anderen Band – also bei „Weiter“ – spielen, wie die PR-Agentur der Band LaBrassBanda mitteilte.

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