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3000 Retter sind im Dauereinsatz

Dömitz.Endlich geht das Elbe-Hochwasser in Mecklenburg-Vorpommern langsam zurück. Die Behörden warnen aber die Menschen davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. In Dömitz sank der Wasserstand bis Mittwochabend auf 7,08 Meter, nachdem am Tag davor der Höchstwert mit 7,21 Meter registriert worden war. Auch in Boizenburg sank der Pegelstand erstmals seit Tagen von 7,32 auf 7,30 Meter. Normal sind in beiden Städten um die zwei Meter. Die Deiche sind für 6,80 Meter ausgelegt.
Bundeswehrsoldaten und Technisches Hilfswerk verstärkten den Elbdeich in Dömitz zwischen Hafen und Festung auf rund 1,5 Kilometern mit Vlies und Sandsäcken. Am Nachmittag drohten Teile des Notdeiches an der Bundesstraße 191 in Heiddorf abzurutschen. Rund 3000 Kräfte sind am Elbeabschnitt Mecklenburg-Vorpommerns im Einsatz, darunter 1900 Bundeswehrsoldaten. Sie verstärken jetzt auch die Deichwachen, die mit Kontrollgängen rund um die Uhr an ihre personellen Grenzen stoßen, wie Bundeswehrsprecher Klaus Brandel sagte. Auch aus der Luft seien die Deiche überprüft worden.
Das Hochwasser bringt auch den Bauern Probleme. In den Gebieten nahe der Elbe steht auf vielen Ackerflächen Wasser. Wie der Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, Harald Elgeti, erklärte, drückt die Elbe Grundwasser an die Oberfläche, das jetzt auf den Feldern steht. Das Ausmaß sei noch nicht abzusehen. Möglicherweise seien zur Ernte einige Flächen noch gar nicht befahrbar. Bei Roggen und Weizen leide die Qualität der Körner unter der Nässe.
Auf den Landkreis Ludwigslust-Parchim kommen wegen der Flutbekämpfung Kosten in Millionenhöhe zu. Einen Anhaltspunkt bieten die Kosten des Hochwassers von 2002.

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