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Abiturienten sollen es einfacher haben

VonMarlis Tautz

Grüne und Linke streben an, Jugendliche in Klasse 11 und 12 zu entlasten. Dafür unterbreiten sie dem Landtag in der kommenden Woche zwei Vorschläge.

Schwerin.Schüler, Eltern und auch Lehrer stöhnen unter der Last des Abiturs. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei wollen das ändern und dem Landtag dazu am Donnerstag ihre Vorschläge unterbreiten. Mecklenburg-Vorpommern war 2008 vom 13- auf das 12-jährige Abitur umgestiegen – und dabei „sehr unüberlegt“ vorgegangen, wie Bildungspolitikerin Ulrike Berger (Grüne) einschätzt. Der Lehrplanstoff wurde kurzerhand zusammengepresst – auf 70 Schulstunden pro Woche, verteilt auf zwei Schuljahre. Zuvor waren es 90 Wochenstunden in drei Jahren. Hinzu kam die Abschaffung des Grund- und Leistungskurssystems. Mathematik beispielsweise wird seither nur noch auf erhöhtem Niveau unterrichtet.
Seit 2008 haben sich die durchschnittlichen Mathe-Noten der Abiturienten deutlich verschlechtert. Die Zahl von Schülern, die zwischen Klasse 10 und 12 ein Jahr wiederholen, ist hingegen rapide gestiegen. Mit diesen Argumenten schlagen die Grünen vor, die Qualifizierungsphase in Klasse 11/12 wieder um ein Jahr zu verlängern. „Wir wollen, dass Schulen diese Möglichkeit anbieten können“, sagt Ulrike Berger. Der Weg müsse über die Kultusministerkonferenz (KMK) führen. „Sie hat sich auf die zweijährige Qualifizierungsphase festgelegt, was nur auf Initiative von mindestens 13 Ländern zu ändern wäre“, erklärt die Abgeordnete. Die Chancen dafür seien gering, so dass die Grünen Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) stattdessen bewegen wollen, einen Schulversuch zu beantragen. An sechs ausgewählten Schulen sollten die Jugendlichen dann in der 10. Klasse entscheiden, ob sie nach 12 oder 13 Jahren Abi machen – frühestens allerdings im Schuljahr 2014/15.
Der Antrag der Linken zielt darauf ab, den Lehrplan in Klasse 11/12 zu entrümpeln und die Wochenstundenzahl zu verringern.

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