
| Arbeitsmarkt |
von Redaktion
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Trotz Touristenansturms zu den Feiertagen und baufreundlicher Witterung ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresende wieder über 100 000 geklettert. Ende Dezember waren 104 600 Menschen im Nordosten auf Jobsuche. Das waren 5900 mehr als im November, aber immer noch der niedrigste Dezember-Wert seit 1990. Die Quote stieg von 11,6 auf 12,2 Prozent und erreichte den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer - ganz hinten liegt Berlin mit 12,3 Prozent. „Das ist jedoch keine Überraschung, sondern saisonal üblich“, erklärte der Chef der Arbeitsagentur Nord, Jürgen Goecke, am Dienstag bei der Bekanntgabe der jüngsten Arbeitsmarktdaten.
Bundesweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 67 000 auf 2 780 000. Das waren 231 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erreichte 6,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren im Vorjahr 2,976 Millionen Menschen arbeitslos. Für 2011 zog Goecke eine positive Bilanz. So seien zum Jahresende im Land 5100 Menschen weniger ohne Arbeit gewesen als im Dezember 2010. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei gegenüber dem Vorjahr um 4900 auf 534 200 gestiegen. Ein Plus sei vor allem im Sozialwesen, in der Bauwirtschaft und im Handel zu verzeichnen gewesen. Mit 45 000 habe es fast elf Prozent mehr Stellenangebote gegeben als 2010.
Für Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zeigt die Entwicklung, dass der Bedarf an Mitarbeitern in wichtigen Wirtschaftsbereichen gewachsen ist. Die Veränderungen zum Jahresende hätten vor allem saisonale Gründe. Goecke erwartet eine Fortdauer dieses Trends. „Bisher deutet kein Indikator darauf hin, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt durch die Schuldenkrise beendet wird“, betonte er. Die Zahl der Arbeitslosen werde auch 2012 in Mecklenburg-Vorpommern zurückgehen.
Neben der größeren Nachfrage nach Arbeitskräften wirkt sich auch die Bevölkerungsentwicklung entlastend auf den Arbeitsmarkt aus. So gehen seit längerem deutlich mehr Arbeitnehmer in Rente als junge Leute in den Beruf starten. „Wir werden auch in 2012 alle Anstrengungen darauf ausrichten, dass mehr Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job finden“, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).
Die absehbare Knappheit an Fach- und Führungskräften seien Herausforderungen für die Wirtschaft. Laut Goecke zeigt der Vergleich der Jahresdurchschnittswerte die insgesamt positive Entwicklung. „Während wir 2010 im Jahresdurchschnitt 109 850 Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern registrieren mussten, waren es im Jahr 2011 durchschnittlich 107 550 - ein Minus von 2300 oder 2,1 Prozent“, erläuterte der Agenturchef. Die geringste Arbeitslosenzahl 2012 erwarte er wieder im Oktober mit einem Wert „deutlich unter 95 000“.
Vom saisonal bedingten Anstieg im Dezember seien vor allem die Tourismusregionen betroffen. Rund die Hälfte der neu gemeldeten Arbeitslosen lebten an der Ostsee. Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Dezember für Ludwigslust-Parchim mit 8,9 Prozent registriert, die höchste im Kreis Vorpommern-Rügen mit 14,9 Prozent. Im Vergleich der beiden kreisfreien Städte hat Schwerin mit 11,7 Prozent eine niedrigere Quote als Rostock mit 12,3 Prozent.
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