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Bahnreisende auf Abstellgleis

Der Zug ist abgefahren: Neubrandenburg hat bald keinen für Fernzüge nutzbaren Bahnsteig mehr.
Der Zug ist abgefahren: Neubrandenburg hat bald keinen für Fernzüge nutzbaren Bahnsteig mehr.

Kürzere Fahrzeiten auf der Schiene in Mecklenburg-Vorpommern scheitern nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn am unkoordinierten Streckenausbau. „Die Erwartungen vieler Passagiere werden sich vorerst nicht erfüllen“, kündigte Marcel Drews, Landessprecher von Pro Bahn, an. Obwohl die Strecke Berlin-Rostock mit 850 Millionen Euro für eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern je Stunde ausgebaut werde, profitierten die Bahnkunden im Regionalverkehr kaum von Fahrzeitverkürzungen, kritisierte er.

Seit Sonntag fahren nach einer neunmonatigen Vollsperrung zwischen Neustrelitz und Oranienburg wieder Züge. Weil die Strecke bis Ende des Jahres zum Abschluss der Bauarbeiten vorerst nur eingleisig befahrbar ist, sind die Bahnen bis Dezember sogar etwa fünf Minuten länger als vor Beginn der Sanierung unterwegs.

Ein Zeitgewinn auf der Strecke kommt deshalb nicht zustande, weil die Züge auf größeren Bahnhöfen wie Neubrandenburg oder Neustrelitz für Umsteiger jeweils den Takt zur halben oder vollen Stunde abwarten müssen. „Die Nebenstrecken zu den Hauptachsen sind nicht ausreichend ausgebaut“, erklärt Drews. Dadurch entstünden teils lange Wartezeiten. Wichtige Schlüsselprojekte für kürzere Fahrzeiten seien der Ausbau von Strecken wie Stettin–Pasewalk–Neubrandenburg–Güstrow, Stralsund–
Neustrelitz oder Bad Kleinen–Lübeck. Die Kombination des Ausbaus von Haupt- und Nebenstrecken könne dafür sorgen, dass etwa zwischen Neustrelitz und Rostock ein Zeitgewinn von 15 Minuten möglich werde.

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