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Berater verteidigt Millionen für Werften-Jobs

Die P+S-Werften sind nach Einschätzung des Wirtschaftsberaters Michael Axhausen nicht an den Finanzierungskosten gescheitert, sondern an ihren Problemen im Schiffbau.

Im Untersuchungsausschuss des Landtags zur Pleite der Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast sagte Axhausen von der Beratungsgesellschaft KPMG am Montag in Schwerin, sein Unternehmen habe die beiden Werften in einem Gutachten vom Dezember 2009 als sanierungsfähig eingeschätzt.

Anfang 2010 habe sich zwar herausgestellt, dass die Kosten höher sind als im Gutachten angenommen, doch nach Einschätzung der KPMG seien auch diese für das Unternehmen noch tragbar gewesen. Gescheitert sei P+S letztlich daran, dass bestellte Schiffe nicht pünktlich fertiggestellt und ausgeliefert wurden. Axhausen war der erste Zeuge, der zur Pleite der Werften im Ausschuss vernommen wurde.

Ausschussmitglied Stefanie Drese von der SPD zeigte sich nach der Anhörung Axhausens überzeugt, dass die öffentlichen Hilfen für die beiden Schiffbaubetriebe richtig waren. Sonst wären „wahrscheinlich schon längst in Wolgast und Stralsund die Lichter ausgegangen und viele Hundert Arbeitsplätze vernichtet worden“, mutmaßte Drese.

Der Obmann der Grünen im Ausschuss, Johannes Saalfeld, merkte an, dass die Wirtschaftsberatungsgesellschaft PWC im März 2010 davor gewarnt habe, die hohen Finanzierungskosten würden die Wettbewerbsfähigkeit der Werften mittelfristig infrage stellen. PWC war im Auftrag der Bürgschaftsgeber Land und Bund tätig geworden.
Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) räumte ein, die Anfang 2010 gefundene Treuhand-Lösung für die Werften sei „von der Beratungsleistung her sehr teuer“ gewesen. Auch die millionenschweren Gebühren und Zinsen, die das Land den Werften aufgebürdet habe, sehe er kritisch.

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