Fr. 10. August 2012
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Honorarkürzungen bei Ärzten von Redaktion

Bunge: Das vertreibt auch die letzten Landärzte aus MV

Die Honorarkürzungen bei Ärzten durch die gesetzlichen Krankenkassen werden heiß diskutiert. Jetzt spricht Linke-Gesundheitspolitikerin Martina Bunge und meint: Solche Kürzungen würden die Ärzte aus dem Land vertreiben.

Arzt
Die Ärztehonorare sollen gekürzt werden.
Foto: dpa
Schwerin/Berlin (dpa)  

Die von den gesetzlichen Krankenkassen angestrebte Änderung bei den Ärztehonoraren vertreibt nach Meinung der Linke-Gesundheitspolitikerin Martina Bunge auch „die letzten Landärzte aus Mecklenburg Vorpommern“. Die Bundestagsabgeordnete aus Wismar appellierte an den Vizevorsitzenden des Kassenverbandes GKV, Johann-Magnus von Stackelberg, die Versorgunglücken vor allem in ländlichen Regionen nicht auszublenden. „Schauen Sie mal das reale Leben, vor allem im Osten insbesondere auch in MV an, und nicht nur Durchschnittswerte in dicken Studien“, mahnte Bunge am Freitag in einer Erklärung. Sie lud den GKV-Unterhändler dazu ein, an ihrer Landtour durch Mecklenburg-Vorpommern Ende August teilzunehmen, um sich selbst ein Bild zum machen.

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen die Preise der niedergelassenen Ärzte drücken. Der sogenannten Orientierungswert für die Leistungen der rund 130 000 Mediziner sollen um gut sieben Prozent oder 2,2 Milliarden Euro gesenkt werden. Diese Forderung gab der Kassen-Spitzenverband GKV am Donnerstag in Berlin bekannt. Forderungen der Kassenärzte nach einem Inflationsausgleich nach drei Jahren um elf Prozent oder etwa 3,5 Milliarden Euro mehr erteilten sie eine kategorische Absage.

Ärzteeinkommen überdurchschnittlich gestiegen

Laut GKV-Verband stiegen die Ärzte-Einkommen nach Abzug der Kosten und vor Steuern zwischen 2007 und 2011 überdurchschnittlich um geschätzte 29 Prozent auf durchschnittlich 134 000 Euro im Jahr. Damit gehörten die niedergelassenen Ärzte zu den Spitzenverdienern in Deutschland, meinte Stackelberg. Bunge forderte den Kassenmanager auf, nicht an den Interessen der Patienten vorbei zu verhandeln. „Immer öfter ist auf dem platten Land die bange Frage der Ärzte zu hören: Woher bekomme ich einen Nachfolger für meine Praxis und die Patienten fragen sich: Mein Arzt geht in Rente und wohin gehe ich“, erklärte Bunge.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung bleibt in Mecklenburg-Vorpommern jede achte Hausarztstelle unbesetzt, wenn der alte Arzt in Ruhestand geht. Im Land fehlen den Angaben zufolge knapp 200 Hausärzte. Lücken gebe es vor allem in ländlichen Regionen, hieß es.

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