
| Absprache im Gerichtssaal |
von Redaktion
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Im Prozess wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an Kindern hat sich das Landgericht Stralsund auf einen Deal eingelassen. Das Gericht habe dem angeklagten 41-jährigen Segeltrainer am Mittwoch in Aussicht gestellt, ihn zu einer Bewährungsstrafe zu verurteilen, wenn er die angeklagten Taten einräume und den Opfern ein Schmerzensgeld zahle. Daraufhin gab der Angeklagte zu, die beiden Mädchen zwischen Februar 2001 und Dezember 2003 sexuell missbraucht zu haben. Nebenkläger und Staatsanwaltschaft stimmten nach Angaben eines Gerichtssprechers dem Vorschlag zu. Den beiden zum Tatzeitpunkt zwischen 11 und 13 Jahre alten Mädchen bleibt nun eine Zeugenaussage vor Gericht erspart. Das Gericht hatte zuvor die Öffentlichkeit für weite Teile des Verfahrens ausgeschlossen.
Die beiden Segelschülerinnen hatten jahrelang geschwiegen und sich erst jetzt im Erwachsenenalter offenbart. Laut Anklage hat der Mann die Segelschülerinnen bei sich zu Hause, im Toilettenraum einer Sporthalle und einmal während einer Regatta missbraucht und dabei das Vertrauen der Kinder ausgenutzt. In sechs der Fälle wird ihm schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen. Den Mädchen habe der Trainer seine Handlungen mit dem Argument erklärt, er wolle ihnen später beim Geschlechtsverkehr auftretende Schmerzen nehmen.
Der Angeklagte ist anscheinend immer noch Vereinsmitglied
Noch im Januar 2012 war der Mann bei der Jugendwarttagung des Segelverbandes Mecklenburg-Vorpommern nach Verbandsangaben im Internet für seine „jahrelange, aufopferungsvolle Arbeit für den organisierten Jugendsport“ mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet worden. Im Februar 2012 wurde er festgenommen. Die U-Haft wurde einen Monat später außer Vollzug gesetzt. Nachdem die Vorwürfe bekannt worden waren, zog der Segel-Club Ribnitz Konsequenzen.
Der Angeklagte arbeite nicht mehr als Jugendtrainer, wie der Vereinsvorsitzende Norbert Boldt sagte. Er sei aber weiter Vereinsmitglied. Der Mann ist nach Angaben des Gerichts inzwischen in psychologischer Behandlung.
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