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Die meisten Komasäufer kommen aus Vorpommern

Hoch die Tassen! So mancher Jugendlicher kennt seine Grenzen nicht. [KT_CREDIT] FOTO: Jens Büttner
Hoch die Tassen! So mancher Jugendlicher kennt seine Grenzen nicht. [KT_CREDIT] FOTO: Jens Büttner

VonTorsten Heil

Auch in Mecklenburg- Vorpommern werden immer noch zu viele Jugendliche nach Alkoholexzessen ins Krankenhaus eingeliefert. Spitze ist der Kreis Vorpommern-Greifswald.

Neubrandenburg.Die Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern trinken zu viel. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald führt die Liste beim Komasaufen unter Jugendlichen an. Laut dem Statistischen Landesamt Mecklenburg-Vorpommern gibt es hochgerechnet 32 Fällen pro 10000 Einwohner bei den 10- bis unter 20-Jährigen im Jahr 2011, die nach Alkoholexzessen im Krankenhaus landen. Gefolgt von Vorpommern-Rügen mit 30 Fällen. Die Mecklenburgische Seenplatte liegt mit 25 Fällen im Mittelfeld.
Auch wenn das Rauschtrinken bei Jugendlichen im Land im Vergleich zum letzten Jahr leicht rückläufig ist, bundesweit steigen die Zahlen, gibt Rainer Siedelberg von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung des Landes keine Entwarnung. „Wir werden noch lange mit diesem Thema zu tun haben“, sagt er. Es sei eben ein gesamtgesellschaftliches Problem.Seit dem Jahr 2000 steigen die Zahlen in der Altersgruppe zwischen 45 bis 55 Jahre kontinuierlich.Erwachsene leben es den Jugendlichen leider vor, so der Experte. Er plediert deshalb für höhere Steuern auf Alkhol und die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durch Erwachsene.
Deutschlandweit führt Memmingen in Bayern die traurige Spitze an, mit hochgerechnet 99 Fällen, berichtete der „Spiegel“ kürzlich. Der Negativrekordreiter wird gefolgt von Pirmasens in Rheinland-Pfalz mit 89 und Schweinfurt in Bayern mit 83 Fällen. Eine eher niedrige Quote 2011 weisen Großstädte wie Hamburg mit 13 und Berlin mit 14 Fällen auf 10000 Altersgenossen auf. Das Nachrichtenmagazin verglich dazu bundesweit die Zahlen der Statistischen Landesämter. Was die Erhebung ebenfalls zeigt: In Norddeutschland landen offenbar weniger Jugendliche im Krankenhaus als im Süden der Republik. Insgesamt wurden, laut Statistisches Bundesamt, 2011 rund 26400 Mädchen und Jungen zwischen zehn und unter 20 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung behandelt. Gegenüber dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Alkoholexzesse, die im Krankenhaus endeten, fast verdreifacht. Außerdem zeigen jüngste Erhebungen lautLandessozialministerium, dass im Bundesvergleich noch immer bei der Zahl der Arbeitsunfähigkeits-Fälle und bei der Häufigkeit der Krankenhausbehandlungen wegen Alkoholproblemen Spitzenwerte einnimmt, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen.Um auf die Probleme aufmerksam zu machen wird vom 25. Mai bis
2. Junidie Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ stattfinden. Geplant sind Aktionen, die über ganz Deutschland auf die Gefahren des Alkoholkonsums hinweisen sollen, erklärt Landessozialministerin Manuela Schwesig (SPD).

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