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Ein leichtes Heimspiel für Caffier

Lorenz Caffier (CDU)
Lorenz Caffier (CDU)

Wenn es um die Landesfinanzen geht, bleibt Innenminister Caffier (CDU) normalerweise beim Wasser. Doch zum Stammtisch der Unternehmer von Mecklenburg-Strelitz in einem Neustrelitzer Hotel darf‘s auch ein Bierchen sein. Hier ist der aus der Seenplatte stammende Caffier bekannt. Die meisten duzen „ihren Lorenz“. Während der Kreistag nur einige Kilometer weiter, in Neubrandenburg über einen Etat mit einem Rekorddefizit von 27,5 Millionen Euro diskutiert, bleiben Caffier unangenehme Fragen erspart. Allein der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund hakt nach: Wie denn der Stand der Kreisreform in zwei Jahren sein werde. Caffier stutzt, spricht von einer „gemeinen Frage“. Aber: Bis auf zwei Landkreise würden alle anderen keine neuen Schulden mehr machen. Vor allem würden auch die ehemals kreisfreien Städte von der Reform profitieren – insbesondere auch Neubrandenburg.

Ansonsten ruft Caffier die Tabus selbst auf, beispielsweise in Sachen Kleinst-Dörfer:„Ob man von Demokratie in Dörfern mit 200 Einwohnern sprechen kann, wo der Bürgermeister auf mindestens 30 Jahre gewählt wird, darüber muss zumindest diskutiert werden dürfen.“ Es stelle sich auch die Frage, ob der Staat noch den Schülerverkehr für Eltern zahlen könne, wenn diese in abgelegenste Flecken ziehen.Caffier geht davon aus, dass Bürger und Unternehmer in Zukunft noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Beim Hebesatz für die Gewerbesteuer belege MV im Schnitt nur den vorletzten Platz im Bund. Bei der Grundsteuer liege man im Mittelfeld. Hier hätten die Kommunen Reserven auf der Einnahmeseite. Aber an dem Abend werden Caffier selbst solche Wahrheiten nicht übel genommen. „Dann mach das mal, Lorenz!“

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