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Fehmarn feiert den „Kleiderbügel“

Vor 50 Jahren wurden auf der Insel Fehmarn die Fährverbindung sowie die Straßen- und Eisenbahnbrücke eingeweiht.
Vor 50 Jahren wurden auf der Insel Fehmarn die Fährverbindung sowie die Straßen- und Eisenbahnbrücke eingeweiht.

Vor 50 Jahren bekam die Insel Fehmarn mit der Eröffnung der Vogelfluglinie Anschluss an Europa. Am 30. April 1963 wurde die rund 960 Meter lange Straßen- und Eisenbahnbrücke über den Fehmarnsund eröffnet. Am 14. Mai folgte die feierliche Einweihung der Fährverbindung zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby auf der dänischen Insel Lolland. Damit wurde ein Plan verwirklicht, den genau 100 Jahre zuvor der königlich-dänische Baumeister Gustav Kröhnke vorgelegt hatte: eine Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen, die dem Weg der Zugvögel folgt. Eine Wanderausstellung, die bis Ende September zu sehen sein wird, gibt Einblicke in die Geschichte und die Zukunft der Verbindung.

Jubiläumsüberfahrt mit geladenen Gästen

Den offiziellen Geburtstag am 14. Mai feiert die Fährreederei Scandlines auf einer Jubiläumsüberfahrt mit geladenen Gästen. Weder die dänische Königin Margrethe II. noch Bundespräsident Joachim Gauck kommen zu dem Jubiläum. „Ich hatte beide eingeladen, aber sie haben wegen anderer Termine abgesagt“, sagte der Bürgermeister von Fehmarn, Otto Uwe Schmied, mit Bedauern. 210 Millionen D-Mark hatte der Bau der Vogelfluglinie gekostet, davon entfielen 55 Millionen DM auf die Fehmarnsundbrücke. Auf dänischer Seite kamen noch einmal 80 Millionen DM für den Fährhafen Rødby hinzu.

Die Vogelfluglinie verkürzte die Fahrzeit deutlich und entwickelte sich schnell zum meistgenutzten Verkehrsweg zwischen Deutschland und Skandinavien. „Streng genommen gehört auch die Fährverbindung nach Dänemark zur Vogelfluglinie. Aber für die Insulaner ist und bleibt die Brücke das eigentliche Herzstück, denn sie hat ihnen den Anschluss ans Festland gebracht“, erklärte Schmied.

Vor 1963: Trajektfähre für Eisenbahnwagen war die einzige Verbindung

Heinz Voderberg, 1942 auf Fehmarn geboren, erinnert sich noch gut an die Zeit vor 1963, als eine Trajektfähre für bis zu vier Eisenbahnwagen die einzige Verbindung nach Schleswig-Holstein war. „Man musste zunächst mit der Inselbahn ins Dorf Fehmarnsund und von dort mit der Fähre rüber nach Großenbrode. Das war ziemlich umständlich, so dass man es sich zweimal überlegt hat, ob man die Reise wirklich auf sich nehmen sollte“, erzählt er. Der Bau der Vogelfluglinie brachte Leben auf die Insel.

Inzwischen schreiben Verkehrsplaner an einem neuen Kapitel der Vogelfluglinie. Zwischen Puttgarden und Rødby soll ein Straßen- und Eisenbahntunnel gebaut werden, der die Fahrtzeit weiter verkürzen wird. Veranschlagte Kosten: rund 5,5 Milliarden Euro. Weil die Fehmarnsundbrücke dem dann erwarteten Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen sein wird, muss eine zweite Querung her. Eines steht jedoch fest: Die Fehmarnsundbrücke wegen ihrer markanten Form im Volksmund „Kleiderbügel“ genannt – bleibt erhalten. Sie steht seit 1999 unter Denkmalschutz.

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