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Finanznot lähmt Universitäten im Land

Wolfgang Schareck, Rektor der Uni Rostock.  FOTO: Wüstneck
Wolfgang Schareck, Rektor der Uni Rostock. FOTO: Wüstneck

Die finanzielle Not der Universität Rostock ist nach Worten ihres Rektors Wolfgang Schareck immens, die Folgen bei Forschung und Lehre spürbar. „Der Stellenabbau der vergangenen Jahre und der Zwang, in den kommenden zwei Jahren Stellen nicht besetzen zu können, gefährden den Grundauftrag der Universität“, sagte Schareck. Die gleiche Situation sei bei allen Hochschulen des Landes zu finden. Es sei zu befürchten, dass im Landeshaushalt keine zusätzlichen Gelder für die Hochschulen sind, sagte er mit Blick auf die derzeit laufenden Etatverhandlungen für die Jahre 2014/15 mit dem Land. Letztlich könne nur die Bundesregierung helfen.

„Eigentlich müsste der Bund 30 Prozent der Hochschulbildung übernehmen, dann wären wir nicht ständig in der Versuchung, ausschließlich für die Forschung gedachte Drittmittel für die Lehre auszugeben“, sagte Schareck und griff damit einen Vorschlag anderer Rektoren auf. Zum Wintersemester 2012/13 waren in Rostock etwas mehr als 15 000 Studenten immatrikuliert. Die Universität verfügt über einen vom Land finanzierten Etat von 147,3 Millionen Euro, allein 48,8 Millionen Euro davon für die Universitätsmedizin. An Drittmitteln für die Forschung und anderen Sondereinnahmen flössen 53,2 Millionen in die klamme Kasse. „Mit der Grundfinanzierung allein ist es schwer, eine kontinuierliche und verlässliche Forschung und Lehre leisten zu können.“

Mit Einsparungen allein könne das Defizit nicht mehr ausgeglichen werden. Deshalb habe die Universität beim Ministerium einen Mehrbedarf für die Jahre 2014 und 2015 von jeweils 17 Millionen Euro ausgewiesen. „Hochschulen haben eine eminent wichtige strategische Bedeutung für das Land, um den Herausforderungen des demografischen Wandels entgegenzuwirken.“

Umso wichtiger sei es, bei den großen Themen der Gesellschaft wie demografische Entwicklung, Gleichstellung oder Internationalisierung über die besten Lehrkräfte zu verfügen und junge Menschen ins Land zu holen. „Wir laufen Gefahr, dass uns wegen des schlechter werdenden Betreuungsverhältnisses oder fehlender Ausstattung die Studenten weglaufen.“ Bis 2017 werden 19 Prozent der Stellen abgebaut sein.

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