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Firmen bei neuen Mitarbeitern vorsichtig

Der wegen des langen Winters verzögerte Saisonstart in Gastronomie, Gartenbau, Landwirtschaft und auf dem Bau dämpft die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Waren in der Mecklenburgischen Seenplatte im April laut Statistik rund 20 600 Personen ohne Job, lag deren Zahl in Vorpommern-Greifswald bei mehr als 18 800 Betroffenen. Damit reduzierte sich in beiden Agenturbezirken die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum März um mehr als 1000 Frauen und Männer. In den Vorjahren war der Rückgang aber stärker ausgefallen.

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 103 777 Menschen arbeitslos. Damit sei in einem April der niedrigste Wert seit der Wende registriert worden, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote liege bei 12,2 Prozent. Während die Tourismusbranche damit begonnen habe, sich ihre Fachkräfte zu sichern, ändere das nichts an der vorsichtigeren Einstellungspolitik der Firmen. „Nach wie vor machen sich hier die unsicheren Konjunkturerwartungen bemerkbar“, betonte sie. Insgesamt seien in MV seit Jahresbeginn rund 11 Prozent weniger sozialversicherungspflichtige Jobs als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs gemeldet worden.

Hotelfachleute, Bauarbeiter und Pflegekräfte dringend gesucht

Ungeachtet dieses geringeren Zuwachses haben die Agenturen Neubrandenburg und Greifswald derzeit 1554 beziehungsweise 1577 freie Stellen in ihren Büchern. Gesucht würden insbesondere Fachleute für Hotels, Bau und Handel sowie die Gesundheitsbranche.

Landesweit ist das Angebot an freien Lehrstellen erneut größer als die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsvertrag. In der Seenplatte stehen derzeit 924 unversorgten jungen Leuten nur 834 Plätze zur Verfügung. In Vorpommern-Greifswald werden noch für 524 Schüler freie Lehrstellen benötigt – bei 864 Angeboten für die Berufsausbildung. Gesucht werden hier und landesweit insbesondere Köche, Restaurant- und Hotelfachleute, sowie Kaufleute im Einzelhandel.

Nach wie vor weist die Erwerbslosigkeit in der Region nach Angaben der Arbeitsagentur deutliche Unterschiede auf. Die Spanne liegt zwischen 11,2 Prozent in Röbel und 20,8 Prozent in Demmin. Im Vergleich der Kreisstädte schneidet Greifswald mit 13 Prozent besser ab als Neubrandenburg mit 14 Prozent.

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