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Grüne treten bei Windrädern auf die Bremse

Auch weit draußen auf der Ostsee haben Windräder Nebenwirkungen.
Auch weit draußen auf der Ostsee haben Windräder Nebenwirkungen.

Die Grünen haben vor einem unreflektierten Ausbau der Offshore-Energie gewarnt. „Inzwischen wird zwar allgemein der Standpunkt vertreten, dass der Ausbau der Windparks auf hoher See sinnvoll und erforderlich ist“, sagte der Grünen-Fraktionschef im Schweriner Landtag, Jürgen Suhr. Es müsse aber bei den Folgewirkungen sehr genau geschaut werden, was an einem Standort passieren kann.

Als Folge kann es möglich sein, dass der Bau der Windparks sehr viel länger dauern oder auch deutlich teurer werden kann. Am Freitag beginnt in Rostock die zweitägige internationale Konferenz „Grünes Wachstum im Ostseeraum“. „Wir müssen den Mut haben, der Industrie, der wir im Moment sehr zugetan sind, zu sagen, dass sie einen wesentlich höheren Aufwand betreiben muss“, sagte Suhr. Beim Bau von Windparks könne dies zum Beispiel heißen, beim Rammen der Fundamente umfangreichere Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Schalldrucks zu ergreifen. Dieser kann das Gehör von Schweinswalen schädigen. Mit schwimmenden Plattformen könne das Rammen auch ganz vermieden werden. „Für solche Argumente bekommen wir eine Menge Kritik und werden auch als Bremser angesehen“, sagte Suhr. Er zeigte sich aber davon überzeugt, dass den Grünen diese Haltung auf Dauer nicht schadet. Das gelte auch für den Ausbau des Tourismus im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. „Wir sagen klar, wir brauchen einen sanften Tourismus, auch wenn viele Menschen den Eindruck haben, dass wir eine weitgehend unverbrauchte Ressource Natur haben“, sagte Suhr. Ein Beispiel sei der Straßenausbau auf Rügen.

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