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Harry, fahr die große Dreckschleuder vor!

Zwei rote Karten für Minister der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern. Nach Recherchen der Deutschen Umwelthilfen gehören die Dienstwagen von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD)und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zu den größten Dreckschleudern unter den Staatskarossen der Minister in den Bundesländern. Glawes Mercedes stößt immerhin 177 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus, die den EU-Zielwert von 130 Gramm bei weitem überschreiten. 176 Gramm umweltschädigendes CO2 bläst Manuela Schwesigs Audi A8 pro Kilometer in die Atmosphäre.

Die Organisation nahm in einer in Berlin vorgestellten Untersuchung 171 Dienstwagen von Politikern unter die Lupe. Auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erweist sich laut Umwelthilfe nicht gerade als Saubermann, was seinen Dienstwagen betrifft.

Mit seinem Audi A8 hat er sich eine gelbe Karte eingehandelt, liegt unter den Ministerpräsidenten aber immerhin im Mittelfeld. Das Schweriner Trio kann sich immerhin damit trösten, dass ihre Dienstwagen bis 250 Stundenkilometer schaffen.
Die einzige grüne Karte erhielt – passend zu seinem Amt – Energieminister Volker Schlotmann (SPD), der mit einem äußerst sauberen Mercedes unterwegs ist. Sein Diesel Hybrid stößt gerade mal 109 Gramm Kohlendiocid pro Kilometer aus.

Insgesamt gesehen landet Mecklenburg-Vorpommern bei den Minister-Dienstwagen mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 163 Gramm auf Platz 7 gemeinsam mit dem Saarland. Positiv: Noch vor einem Jahr lag dieser Wert bei 182 Gramm.

Gelbe Karte für den Umweltminister

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe der größte Klimasünder unter den deutschen Spitzenpolitikern, was den eigenen Dienstwagen betrifft. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) musste dabei eine „Gelbe Karte“ einstecken. Mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erhielt ein Mitglied des Kabinetts die „Rote Karte“, die die DUH vergibt, wenn der CO2-Ausstoß den EU-Zielwert von 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer um mehr als 40 Prozent übersteigt.

Nur einen Platz vor Mecklenburg-Vorpommern rangiert im Landes-Ranking unser Nach Brandenburg. Hier liegt ausgerechnet Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf dem letzten Platz hinter all seinen Ministern. Auch er leistet sich einen Mercedes Hybrid, der allerdings mit 188 Gramm Kohlendioxid veranschlagt ist. Deutlich sauberer ist sein Finanzminister Helmut Markov (Linke) unterwegs, der sich auf einen relativ kleinen Audi A4 beschränkt (127Gramm).

Mit zu den größten Dreckschleudern unter Deutschlands Staatskarossen gehört der Dienstwagen von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der satte 221 Gramm Kohlendioxid ausstößt. Besonders gute Noten bekam Hamburgs Senat, der sich gleich fünf grüne Karten abholen konnte und auf Platz 1 unter den Ländern rangierte.Mit Hamburg unterschreitet erstmals ein ganzes Landeskabinett den EU-Zielwert. In diesem Fall gibt es die „Grüne Karte“. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und seine Senatskollegen landeten bei durchschnittlich 128 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. „Dabei fährt dort auch keiner Fiat Panda oder VW Lupo“, meinte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Größten Verbrauch haben süddeutsche Minister

Die Untersuchung wurde zum siebten Mal durchgeführt. Als „enttäuschend“ stufte die DUH das Abschneiden des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein. Der Grünen-Politiker erhielt für 193 Gramm CO2 pro Kilometer die „Rote Karte“. Insgesamt erhielten in der Regierung vier Mitglieder eine „Rote Karte“ – das sind so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Auf den drei letzten Plätzen landeten Bayern (durchschnittlich 179 Gramm), Hessen (180) sowie Niedersachsen (187). Die Ergebnisse spiegeln jedoch noch den Wagenpark des Ende Januar abgewählten schwarz-gelben Kabinetts in Hannover wieder.

Ausgesprochen interessant ist das Ranking der Spitzenpolitiker nach Parteizugehörigkeit: Die große Mehrheit der Befragten sieht in diesem Jahr gelb. Im Parteienranking landen die Spitzenpolitiker der Grünen (145 Gramm CO2 pro KIlometer) vor denen der Linken (150 Gramm) und der SPD (159 Gramm). Die FDP-Minister kommen auf 167 Gramm, die der CDU auf 176 Gramm, das Schlusslicht bilden die Spitzenpolitiker der CSU mit 177 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer.

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