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Hersteller täuschen Lebensmittel-Käufer

Ein niederländischer Großhändler soll massenweise Pferdefleisch falsch deklariert haben. Bis zu 50 000 Tonnen Schummel-Fleisch sollen so europaweit verkauft worden sein.
Ein niederländischer Großhändler soll massenweise Pferdefleisch falsch deklariert haben. Bis zu 50 000 Tonnen Schummel-Fleisch sollen so europaweit verkauft worden sein.

Bei manchen Herstellern von Lebensmitteln gibt es nach Ansicht von Verbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD) noch immer die Tendenz, Verbraucher über Qualitätsminderungen täuschen zu wollen. Typisch dafür seien fehlende Angaben über Zusatzstoffe, Konservierungs- oder Süßungsmittel, sagte Backhaus bei der Präsentation des Jahresberichts „Verbraucherschutz im Fokus 2012“. Das hänge mit der steigenden Sensibilität der Verbraucher zusammen. „Dann lässt man das halt einfach mal weg“, kritisierte der Minister.

Insgesamt seien 2012 im zuständigen Landesamt rund 7654 Lebensmittelproben untersucht worden, davon seien 1056 beanstandet worden. Bei 60 Prozent seien fehlende oder falsche Kennzeichnungen bemängelt worden. Trotzdem sei der Verbraucherschutz in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. „Mecklenburg-Vorpommern ist im letzten Jahr nicht der Verursacher von Lebensmittelkrisen oder anderen Katastrophen gewesen. Darüber bin ich froh und dankbar“, sagte Backhaus mit Blick auf Krisen der vergangenen Jahre wie den Nitrofen-Skandal 2002.

Der Nordosten sei 2012 mit importierten Problemen wie dem Pferdefleischskandal konfrontiert gewesen. Backhaus forderte in diesem Zusammenhang ein europaweites Meldesystem. Es seien nur Wenige, die die Gesetze missachteten und so den gesamten Ruf der Lebensmittelbranche in Verruf bringen. Bei der Rückverfolgung müssten Unternehmen zuverlässige Datensammlungen pflegen. Verbraucher sollten stärker regionale und saisonale Produkte kaufen.

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